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Klima-Demo am Stachus - Polizei zieht Bilanz

Letzte Generation bedauert Unannehmlichkeiten

Klima-Demo am Stachus - Polizei zieht Bilanz

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    Klimaaktivisten der "letzten Generation" haben sich am Montag am Stachus an die Fahrbahn festgeklebt. Die Polizei musste die Versammlung auflösen nachdem die Aktivisten ihren Anweisungen nicht nachgekommen waren.
    Klimaaktivisten der "letzten Generation" haben sich am Montag am Stachus an die Fahrbahn festgeklebt. Die Polizei musste die Versammlung auflösen nachdem die Aktivisten ihren Anweisungen nicht nachgekommen waren. Foto: picture alliance/dpa | Matthias Balk

    Nach der Klimademo der Gruppe "Letzte Generation" am Montag am Stachus in München hat die Polizei jetzt Bilanz gezogen. Gegen 08:00 Uhr startete die angekündigte Straßenblockade der Sonnenstraße, etwa um 10:00 Uhr musste die Polizei die Versammlung auflösen. Gegen sieben Personen wird derzeit ermittelt, vier sollen in Gewahrsam genommen werden. 

    Neun Personen kleben an Fahrbahn fest

    Laut Polizei haben sich neun Personen entgegen der Vorgaben des Versammlungsbescheids an der Fahrbahn festgeklebt. Der Aufforderung die Fahrbahn zu verlassen, kamen die Aktivisten nicht nach. Daraufhin löste die Polizei die Versammlung auf. Spezialisten lösten die Aktivisten von der Fahrbahn.

    Demonstranten wieder auf freiem Fuß

    Gegen 11:15 Uhr war der Einsatz am Stachus beendet. Die Feuerwehr reinigte anschließend die Fahrbahn und die Polizei gab sie für den Verkehrt wieder frei.  Alle Versammlungsteilnehmer wurden im Anschluss an die kriminalpolizeilichen Maßnahmen am Nachmittag wieder entlassen. Die Polizei ermittelt gegen alle Personen, die sich am Stachus bei der Aktion beteiligt hatten, wegen Verstößen nach dem Versammlungsgesetz.

    Aktionen auf Autobahnen

    Auch auf den Autobahnen A9 und A96 sorgten die Aktivisten für Behinderungen. Sieben Protestanten verschafften sich Zugang zu abgesperrten Schilderbrücken der A9 und A96 und brachten dort Transparente zum Thema "Klimaschutz" ant. Teilweise hatten sie sich an den Schilderbrücken festgeklebt.

    Antrag auf Gewahrsam gegen Aktivisten

    Die Personen wurden ebenfalls abgelöst und zur weiteren Sachbearbeitung zu Polizeidienststellen gebracht. Gegen 12:30 Uhr waren die Polizeieinsätze auf den Autobahnen beendet. Gegen die sieben Personen wird jetzt wegen Hausfriedensbrüchen und Sachbeschädigung ermittelt.  Drei Beschuldigte wurden wieder entlassen. Die Polizei beantragte, vier Personen in Gewahrsam zu nehmen, um so zu verhindern, dass sie weitere Straftaten begehen. Die weiteren Ermittlungen übernahm die Staatschutzdienststellen des Polizeipräsidiums München.

    150 Beamte im Einsatz

    Die Polizei musste die Fahrbahnen auf der A9  zwischen München und dem Kreuz München Nord bis etwa 12:45 Uhr vollständig sperren, auf der A 96 konnte der Verkehr langsam weiterfließen. Dadurch kam es zu erheblichen Verkehrsbehinderungen. Insgesamt waren über 150 Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte am Einsatz beteiligt.

    Klimaaktivisten haben Verständnis für Autofahrer

    Solche Protestaktionen wie am Montag in München lassen den Puls so manchen Autofahrers, der deshalb im Stau steht, in die Höhe schnellen. Die Folge: Aufgebrachte Autofahrer zerren immer wieder Klima-Aktivisten von der Straße. Das war auch zuletzt in Kempten der Fall, alsKlimaaktivisten die B12 blockierten. Einem der Demonstranten wurde dabei die Hand von der Straße abgerissen, er trug Lily Schubert vom Presseteam der "letzten Generation" zufolge aber keine ernsthaften Verletzungen davon.

    Keine Anzeige gegen aggressive Autofahrer

    Die Teilnehmer der Protestaktionen hätten Verständnis für den Unmut der Autofahrer, erklärt die "Letzte Generation" gegenüberall-in.de. "Es tut uns leid, diese in dem Moment am Vorankommen in ihrem Tag zu unterbrechen - wir versuchen dann ruhig zu erklären, dass sich die Störung nicht gegen sie richtet", so Schubert. Strikte Gewaltfreiheit sei außerdem eines der Kernwerte der "letzten Generation", so Schubert weiter. Deshalb würde sie Autofahrer, die Demonstranten von der Straße zerren, auch nicht anzeigen. 

    "Friedlicher ziviler Widerstand" das wirkungsvollste Mittel für Veränderungen

    Die Klimaaktivisten werden wohl auch zukünftig Aktionen wie in München durchführen. Das wurde auch in dem Statement gegenüberall-in.dedeutlich. "Friedlicher ziviler Widerstand, der das Weiter-So unterbricht, der mit dem Alltag bricht und so Handlungsdruck auf die Regierung aufbaut, ist historisch gesehen das mildeste und gleichzeitig effektivste Mittel die Veränderung zu bringen, die wir zum Überleben brauchen. "

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