Startseite
Icon Pfeil nach unten
Blaulicht
Icon Pfeil nach unten

Nach Welle von Schockanrufen: Polizei meldet Festnahmen im Kampf gegen Anrufbetrüger

Über 220.000 Euro Bargeld, Münzen und Schmuck

Nach Welle von Schockanrufen: Polizei meldet Festnahmen im Kampf gegen Anrufbetrüger

    • |
    • |
    Die Polizei verzeichnet in dieser Woche, nach einer regelrechten Anrufswelle, im Kampf gegen Anrufbetrüger Erfolge in Form von Festnahmen. (Symbolbild)
    Die Polizei verzeichnet in dieser Woche, nach einer regelrechten Anrufswelle, im Kampf gegen Anrufbetrüger Erfolge in Form von Festnahmen. (Symbolbild) Foto: IMAGO / Fotostand

    In den letzten Tagen schwappte wieder eine Welle von betrügerischen Schockanrufen über das südliche Oberbayern, aber auch über Schwaben. Die Polizei hat dabei eine schlechte, aber auch gute Nachrichten: In einem Fall waren die Betrüger erfolgreich, es gab aber auch drei Festnahmen.

    25.000 Euro Beute in Rosenheim

    Im Bereich Rosenheim hatten die Betrüger mit einem Schockanruf Erfolg. Es kam zu einer Geldübergabe von 25.000 Euro. Der älteren Frau, die dabei um ihr Geld gebracht wurde, machten die Betrüger per Anruf weis,  dass ihre Tochter einen schweren Verkehrsunfall verursacht habe und hierbei eine Person getötet wurde. Im Hintergrund weinte die vermeintliche Tochter und bat um Hilfe. Von den Betrügern wurde eine Kaution in Höhe von 120.000 Euro gefordert. Letztendlich übergab die Frau am Dienstag 25.000 Euro in Bar an den vermeintlichen "Staatsanwalt".

    Vielzahl von Anrufen in dieser Woche

    Am Montag und Dienstag (12. und 13. Dezember 2022) war es alleine in den Landkreisen Garmisch-Partenkirchen und Rosenheim zu über 140 solcher betrügerischen Anrufe gekommen. Und das ist nur die Zahl der gemeldeten Fälle. Obwohl die Polizei sowohl Bankfilialen, als auch die Bevölkerung gezielt über das Internet und das Radio warnte, war der oben genannte Fall erfolgreich. 

    Drei Geldabholer mit viel Beute festgenommen

    Allerdings konnte auch die Polizei Erfolge verzeichnen. Im Zuge dieser Anrufwellen meldet die Kriminalpolizeiinspektion Oberbayern Süd nämlich drei Festnahmen von Geldabholern. In Huglfing und Mittenwald konnte die Polizei am Mittwoch zwei Geldabholer, bei denen es sich um einen 34-jährigen und einen 21-jährigen polnischen Staatsangehörigen handelt, auf frischer Tat festnehmen. Ein dritter 38-jähriger polnischer Abholer wurde nach zwei erfolgreichen Geldübergaben in München, beim Absetzen im Bereich Burgau festgenommen. Bei den drei wurden hochwertiger Schmuck, Goldmünzen sowie Bargeld sichergestellt. Der 38-jährige hatte zuvor bei den Abholvorgängen in München sogar insgesamt 220.000 Euro erbeutet. Alle drei Abholer sitzen nun in Untersuchungshaft. Insgesamt wurden über 220.000 Euro Bargeld, ca. 1,5 Kilogramm Krügerrand-Goldmünzen und über 600 Gramm hochwertiger Goldschmuck sichergestellt.

    Ermittlungen der Polizei gestalten sich als schwierig

    Die Kriminalpolizeiinspektion mit Zentralaufgaben des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, kurz KPI (Z) Oberbayern Süd, führt in zahlreichen Verfahren von Callcenter-Betrug polizeilichen Ermittlungen. Diese gestalten sich häufig als schwierig. Denn, das Callcenter, von dem aus die Anrufe an die Opfer ausgehen, befindet sich in vielen Fällen im Ausland. Betroffene Opfer, zumeist ältere Personen, melden sich zudem häufig erst verspätet bei der Polizei, so dass die Abholer samt dem übergebenen Vermögen sprichwörtlich "über alle Berge" sind.

    Warnung der Polizei

    Die Polizei wird nicht müde, immer wieder vor diesen perfiden Betrugsmaschen zu warnen und rät eindringlich:

    • Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen, auch nicht durch angeblich dringende Ermittlungen, z. B. zu einem Einbruch in der Nähe oder einer dringend zu zahlenden Kaution!
    • Die Polizei fordert niemals Bargeld, Überweisungen oder Wertgegenstände von Ihnen, um Ermittlungen durchzuführen! Legen Sie einfach auf!
    • Geben Sie am Telefon niemals Auskünfte über ihr Hab und Gut, Ihr Bargeld und Ihre Wertgegenstände! Legen Sie einfach auf!
    • Lassen Sie niemanden in die Wohnung, der sehen will, wo Sie Geld oder Schmuck aufbewahren!
    • Rufen Sie nie über die am Telefon angezeigte Nummer zurück! Drücken Sie KEINE Wahlwiederholung. Legen Sie auf und wählen Sie dann den Notruf 110!
    • Erstatten Sie immer, auch im Versuchsfall, Anzeige bei Ihrer Polizeiinspektion!
    • Insbesondere die jüngere Generation wird ausdrücklich gebeten: Sprechen Sie offen über die perfiden Maschen der Telefonbetrüger und sensibilisieren Sie so Ihre nahestehenden Verwandten und Bekannten, die Opfer solcher hinterhältigen Anrufe werden könnten.

    Die Maschen der Betrüger

    Mit welchen ausgeklügelten Betrugsmaschen die Anrufer versuchen ihre Opfer um Geld zu bringer erfahren Sie im Podcast aufall-in.de:

    Achtung Abzocke! Das sind die aktuellen Maschen von Profi-Betrügern

    Diskutieren Sie mit
    0 Kommentare
    Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden