Maierhöfen | Von Olaf Winkler: Entwässerung droht Bäche zu überlasten

15. Dezember 2008 00:00 Uhr von Allgäuer Zeitung

Staatsstraße - Gemeinderat Maierhöfen sieht Straßenbauamt in der Pflicht - Bis zu 65 Liter Wasser mehr pro Sekunde

Die alte Staatsstraße von in Richtung Isny war mehr als sanierungsbedürftig. Entsprechend groß ist die Freude darüber, dass sie in diesem Jahr zur Hälfte neu erstellt wurde. Der früheren Trasse fehlte eine funktionierende Entwässerung - jetzt ist sie vorhanden. Die Frage ist nur: Wohin mit dem Wasser? Hier sieht der er Gemeinderat das Straßenbauamt in der Pflicht, um mögliche Hochwassergefahren abzuwenden.

Vor dem Ausbau der Staatsstraße 1318 versickerte sämtliches Wasser in den angrenzenden Gräben und Wiesen. Im Zuge des Neuausbaus erhalten Fahrbahn und der begleitende Rad- und Gehweg eine Oberflächenentwässerung. Das Staatliche Bauamt in Kempten will das Niederschlagswasser aus dem Straßenbereich in verschiedene Bäche einleiten. Daher wurde ein Antrag beim Landratsamt Lindau auf Erteilung einer wasserrechtlichen Erlaubnis gestellt. Und hierzu forderte nun wiederum das Landratsamt die Gemeinde Maierhöfen zu einer Stellungnahme auf.

Bachufer leidet bei Hochwasser

Laut Planung sind keine Maßnahmen zur Rückhaltung oder Reinigung des anfallenden Regenwassers vorgesehen. Und das gefiel den Maierhöfener Räten gar nicht. Insbesondere im südlichen Bereich der Strecke bestehe die Gefahr, dass der Gehrenbach mit der Ableitung des Wassers überfordert sei. Mit bis zu 65 Litern zusätzlich pro Sekunde rechnen die Straßenbauer. Doch sei der Bach schon jetzt bei heftigen Niederschlägen nahe an seiner Belastungsgrenze. Das Bachufer leidet schon jetzt bei Hochwasser und im Extremfall sind sogar die Gebäude im Gewerbegebiet, das direkt an den Bach grenzt, gefährdet.

Armin Böck stellte die Frage, ob die Gemeinde nicht ein Regenrückhaltebecken fordern sollte. Ludwig Sontheim wollte wissen, wer denn kläre, ob eine solche Sicherungsmaßnahme notwendig sei. Hier sieht Bürgermeister Schwarz die Verantwortung beim Wasserwirtschaftsamt (WWA) Kempten. Das wiederum ließ Franz Spieler befürchten, dass hier eine staatliche Stelle (das Wasserwirtschaftsamt) einer anderen staatlichen Stelle (dem Staatlichen Bauamt) keine Lasten auferlege: "Die beißen sich nicht selbst".

Die Gefahr, dass das Oberflächenwasser der erneuerten Staatsstraße die Bäche überlasten könnte, sahen schließlich alle Gemeinderäte und votierten einstimmig dafür, in der Stellungnahme an das Landratsamt auf Sicherungsmaßnahmen zu bestehen.