Ruhestand: In Immenstadt herzlicher Abschied von Pfarrer Goldhahn

4. Oktober 2011 00:00 Uhr von Allgäuer Zeitung
Siegfried Rebhan

'Eine Epoche geht zu Ende'

Die evangelischen Kollegen sorgten für den Schmunzeleffekt: Sie kamen mit Fahrradhelm und Klingel in die voll besetzte Immenstädter Erlöserkirche und bedankten sich singend bei Johannes, der immer 'mi’m Radl da' war.

Es war ein heiterer und herzlicher Abschied, den Seelsorger und Gemeinde, Stadt und Landkreis dem scheidenden evangelischen Pfarrer Johannes Goldhahn am Erntedankfest bereiteten. Goldhahn wechselt in den Ruhestand. Nach einem feierlichen zweistündigen Gottesdienst, musikalisch gestaltet durch den ökumenischen Singkreis, trafen sich die Gläubigen auf dem Kirchplatz unter wärmender Herbstsonne zu einem fröhlichen Gemeinde- und Abschiedsfest.

Für die Kirchengemeinde ende 'eine Epoche', stellte Dekan Jörg Dittmar fest. Er habe großen Respekt vor den Leistungen des Pfarrers in Kirchengemeinde und Notfallseelsorge. In bewegenden, persönlichen Worten dankte Dekan Anton Siegel, Immenstadts katholischer Stadtpfarrer, für das gute ökumenische Miteinander. Es habe gut getan, dass sein Amtsbruder ihm nie die Grenzen vorgehalten habe, 'die mir meine Kirche setzt'. Er würde sich von seiner Kirche manchmal mehr Offenheit wünschen.

Wolfram Henning, evangelischer Pfarrer in Sonthofen, und seine Kollegen aus der Region sangen in Reimen über Stationen des scheidenden Pfarrers und sorgten für eine aufgeräumte Stimmung auf den Kirchenbänken. 'Gottesdienst für Mensch und Tier / gab es auf der Wiese hier. / Auch ein Goldhahn war dabei ', erinnerten die Sänger an eine Feier für Zwei- und Vierbeiner.

Bürgermeister Armin Schaupp lobte des Pfarrers Engagement für die Gemeinschaft. Landrat Gebhard Kaiser, der früher gehen musste, ließ von der Blaichacher Pfarrerin Gabriele Bleher seine Botschaft verlesen: Für viele Menschen habe Goldhahn ein kleines Licht angezündet, ihnen Hoffnung und Kraft gegeben.

Der so Geehrte wehrte bescheiden ab und verwies auf den Bauern, der säe und dann nur warten könne: 'Das Gelingen muss er einem anderen überlassen.' Für ihn sei in seiner Arbeit die Brücke immer ein wichtiges Symbol gewesen, 'für unseren Auftrag als Christen, Menschen über die Brücke des Glaubens zu führen, hinein in das Vertrauen in Gott.' Da habe er 'als kundiger Baumeister' den Grundstein gelegt, betonte Dekan Siegel. Er hoffe nun auf einen Nachfolger, der weiterbaue an der Brücke zur Katholischen Kirche und an der gemeinsamen Brücke zu den Menschen.