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Ein Stück Heimat erhalten - 100-jähriges Jubiläum in Immenstadt

Jubiläum

Ein Stück Heimat erhalten - 100-jähriges Jubiläum in Immenstadt

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    Ein Stück Heimat erhalten - 100-jähriges Jubiläum in Immenstadt
    Ein Stück Heimat erhalten - 100-jähriges Jubiläum in Immenstadt Foto: AGV

    'Die Tracht', sagt Georg Boos, 'gehört zum Allgäu. Sie ist ein Stück Heimat.' Der 62-Jährige aus Rückholz (Ostallgäu) ist seit sechs Jahren Vorsitzender des Allgäuer Gauverbandes der Gebirgstrachten- und Heimatvereine. Am Samstag, 21. April, feiern die Mitglieder in der Hofgarten-Stadthalle in Immenstadt das 100-jähriges Bestehen ihres Verbandes mit einem Festabend. Ein Höhepunkt ist die Vorstelllung der rund 200 Seiten starken Chronik '100 Jahre Allgäuer Gauverband' (die Veranstaltung ist bereits ausverkauft).

    Die Tracht, ja, woraus besteht sie eigentlich genau? Die 'Buben', wie Georg Boos sagt, tragen grüne Hüte mit Gamsbart, Adlerflaum oder Spielhahn-Federn, graue Joppen, kurze Lederhosen, Kniestrümpfe mit zwei oder drei grünen Streifen, weiße Hemden mit Biesen und natürlich Haferlschuhe. Dabei gebe es keine standardisierten Formen, so Boos. Die Pfrontener Vereine beispielsweise tragen statt der weit verbreiteten grauen Kniestrümpfe traditionell braune. 'Bei den Trachten kommt die Vielfalt der Vereine zum Ausdruck', betont Georg Boos.

    4500 Mitglieder

    Insgesamt 48 Vereine mit über 4500 Mitgliedern gehören dem Allgäuer Gauverband an. Das Einzugsgebiet reicht von Pfronten bis Lindenberg und von Immenstadt bis Bad Grönenbach. Kennzeichen bei den 'Mädla' oder 'Föhla' sind laut Boos graue Röcke, schwarze Mieder, grüne Hüte mit Hutschmuck, Schultertücher und Miederketten (die Jugend trägt eine Schnur).

    Bei der Auswahl der Tracht spiele natürlich auch der Geldbeutel eine Rolle, so Boos. Zwischen 400 und 1500 Euro koste etwa ein Gamsbart im Schnitt. Der Mercedes unter den Lederhosen sei eine aus Hirschkalbsleder gefertigte. Günstig dagegen eine Lederhose aus Spaltleder. Trachten-Einsteiger müssten mit rund 1500 Euro rechnen. Die Tracht ist das eine. Aber es gibt noch andere Dinge, die die Mitglieder der Trachtenvereine umtreibt.

    'Uns geht es darum, das Brauchtum zu erhalten', erklärt Boos und verweist auf die Leitsprüche des Verbandes: 'Sitt und Tracht der Alten wollen wir erhalten' und 'Treu dem guten alten Brauch'. Und dazu gehört die bodenständige, überlieferte Volksmusik ebenso wie der Volkstanz, das Volkstheaterspiel, das Alphornblasen oder der Dialekt. Oder auch das Schuhplatteln. 20 Jahre lang war Georg Boos Vorplattler bei den Falkensbergler Rückholz.

    Dass während der Allgäuer Festwoche viele Menschen, die sonst wenig mit Trachten am Hut haben, plötzlich Lederhose und Dirndl anziehen, stört Boos nicht. 'Ich finde das durchaus auch eine positive Entwicklung.'

    Echte Tracht und Pseudo-Tracht – beide Stilrichtungen könnten ganz gut parallel laufen. Nur mit dem weit verbreiteten Landhausstil kann Boos wenig anfangen 'Eine hellbraune oder lange Lederhose, das passt halt nicht', urteilt er.

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