Am Montag durften Friseure nach wochenlanger Pause ihre Läden wieder öffnen. Das freute offensichtlich nicht nur die Friseure sondern auch ihre Kunden. Die rannten ihnen sprichwörtlich den Laden ein. all-in.de hat bei Niki's HAIR LOUNGE und bei Art of Hair in Kaufbeuren nachgefragt, wie groß der Ansturm war und welche schlimmen Frisuren die Friseure bisher gesehen haben.
Niki's HAIR LOUNGE: Erste Tage nach der Öffnung waren "stressig"
Geschäftsführerin Androniki Prasidou von Niki's Hair Lounge beschreibt die vergangenen Tage als "stressig". Schon in der letzten Woche hat sie ihren Kunden Telefonzeiten angeboten, zu denen Termine vereinbart werden können. "Nach 70 Anrufen habe ich aufgehört zu zählen", so Prasidou. Manche Kunden hätten 200 bis 300 mal versucht anzurufen, bis sie durchgekommen sind. Termine gibt es aktuell erst wieder ab Mitte April, obwohl Prasidou die Öffnungszeiten erweitert hat. Sie hat ihren Laden jetzt auch montags geöffnet. Unter der Woche ist der Salon zwei Stunden länger offen als sonst und auch am Samstag sind Niki und ihre Mitarbeiterinnen länger da.
"Die schlimmen Lockdown-Frisuren kommen noch"
Bisher waren die Lockdown-Frisuren von Prasidous Kunden noch in Ordnung, aber "die Schlimmen kommen noch", erzählt die Friseurmeisterin. Sie habe schon einige Bilder von "verhunzten Haarfarben bekommen". Diese seien viel schwieriger auszubessern als ein schlechter Schnitt. Prasidou und ihre Mitarbeiterinnen haben die Corona-Zeit für Online-Schulungen und Live-Schaltungen mit Kunden genutzt. Aber jetzt sei es "höchste Zeit" gewesen, dass sie wieder öffnen durften.
Art of Hair: Vor Öffnung schon 650 Termine vereinbart
Auch Günther Fischer von Art of Hair in Kaufbeuren hat schon drei Wochen vor der Öffnung Termine vereinbart. Bis Ende der vergangenen Woche waren es schon 650 Stück. Seine Stammkunden hätten alle recht schnell einen Termin bekommen. Sollten sie sich jetzt melden, müssten sie mit einer Wartezeit von vier bis sechs Wochen rechnen. Mit dem Start in dieser Woche ist Fischer sehr zufrieden. Er und seine Mitarbeiter achten darauf, dass immer ausreichend Abstand zwischen den Kunden ist. Sieben bis acht Kunden dürfen sich gleichzeitig im Salon aufhalten. Fischer hat mitbekommen, dass jetzt streng kontrolliert werden soll.
"Dein Friseur ist auch dein Psychologe"
Während sein Laden im Lockdown geschlossen hatte, hat Fischer weiterhin Kontakt zu seinen Kunden gehalten. Per Telefon oder Video-Chat hat er mit ihnen über Haare und vieles mehr gesprochen. Auch private Probleme hätten sie ihm anvertraut. "Dein Friseur ist auch dein Psychologe", so der Inhaber. Natürlich kam auch der ein oder andere Notruf. Das Malheur hat sich Fischer dann per Video-Chat angesehen und Tipps gegeben. Wie auch für Prasidou waren auch für Fischer die selbst gefärbten Haare das Schlimmste. Fischer freut sich besonders für seine Mitarbeiter, dass er jetzt wieder öffnen konnte. Sie haben durch die Kurzarbeit weniger Geld verdient und zusätzlich fehlte ihnen das Trinkgeld.
Diese Corona-Lockerungen gelten ab Montag, 8. März