Den Franken muss die Pflege ihrer Mundart sehr am Herzen liegen. Wie sonst ist es zu erklären, dass sich seit 2001 Jahr für Jahr mehr als 200 Franken in der Fremde – sozusagen im Westallgäuer Exil – und deren Sympathisanten in der Bergstadt versammeln, um einen Abend lang dem Dialekt und den fränkischen Spezialitäten, Bratwurst und Kellerbier, zu huldigen
Das Treffen ist zum Ritual geworden. Mit ihrem Dialekt geben sie sich als Ober-, Unter oder Mittelfranke zu erkennen. Dazu kommt als Höhepunkt ein Spaßmacher oder Kabarettist aus dem nördlichen Bayern. Nach der Gruppe TBC aus Bamberg im Vorjahr, heuer Stefan Eichner, der entspannte Franke, genannt 'Das Eich'. Das Motto des Kulmbachers: 'bluus ka heggdigg' (nur keine Hektik).
Es spricht für die Franken, dass sie am herzhaftesten lachen können, wenn sie selbst und ihre Marotten durch den Kakao gezogen werden. Von der Gefühlskälte, 'die wir nicht zeigen können', bis zur stoischen Gelassenheit im 'dudinedabbeswerdschowidder'. Als lässiger Jamaikaner stand Eichner auf der Bühne im TSZ-Heim, der 2.
Heimstatt der Exil-Franken, erinnerte daran, dass der weltoffene Franke Anleihen an afrikanischen Sprachen nimmt, wenn er etwa sagen möchte, dass ihm jemand auf den Geist geht: 'Bouloumermeirouh.'
Höhepunkt waren seine Parodien von Peter Maffay, Reinhard Mey, Udo Lindenberg oder Herbert Grönemeyer. Der volle Saal stand Kopf und die 'Gaggerer'(schrille Lacher) konnten nicht mehr zurückgehalten werden. Kein Frankenabend ohne Frankenrätsel, von Reinhard Sieber ausgedacht. Kostprobe gefällig? Die Rolle des Nikolaus übernimmt in protestantischen Gebieten nicht der 'Nachtgieger' sondern der 'Pelz(er)märtel', und schon Ludwig Thomas Kunstfigur, der Abgeordnete Jozef Filser wusste, dass Franken dort ist 'wo die meißten schandtharmen und beamten herkohmen.'
Wohl kein Volksstamm, meinte Studiendirektor Sieber, hat so viele wunderbare Dialektwörter für 'Wichtigtuer, Aufschneider' wie das Fränkische: Heringsbändiger, aafgschdellder Mausdreck, Arschgaggers, Bimberla.