Im Drogenwahn soll ein junger Mann seine Oma in Unterfranken getötet haben - an diesem Freitag begann um 9 Uhr der Mordprozess gegen ihn vor dem Landgericht Aschaffenburg.
Staatsawaltschaft geht von Schuldunfähigkeit aus
Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der 26-Jährige bei der Tat im vergangenen September schuldunfähig war und eine sogenannte drogeninduzierte Psychose hatte. Daher war er also wahrscheinlich gar nicht in der Lage, das Unrecht der Attacke auf die 91-Jährige einzusehen. Die Staatsanwaltschaft möchte, dass der Mann in einer Entziehungsanstalt unterkommt.
Drogenentzug statt Gefängnis
Deshalb gibt es in dem Fall laut Landgericht auch keine Anklage, sondern eine sogenannte Antragsschrift auf ein Sicherungsverfahren. An dessen Ende kommt der Deutsche dann voraussichtlich nicht in ein Gefängnis, sondern wird zum Drogenentzug in eine Klinik geschickt.
Schlafende Oma mit Messern angegriffen
Der Beschuldigte wohnte seit rund eineinhalb Jahren bei seiner Oma in einem kleinen Ort an der bayerisch-hessischen Landesgrenze. Dort soll er sich um die alte Frau gekümmert, eingekauft und gekocht haben. Am 12. September 2022 allerdings soll der Mann am frühen Morgen die schlafende Seniorin mit zwei Messern attackiert haben. Das Opfer starb etwa einen Monat danach in einem Krankenhaus.
Für den Prozess sind bis Ende Juni sechs Verhandlungstermine angesetzt.