In Deutschland schreiten die Impfungen gegen das Corona-Virus eher schleppend voran. Ein Neu-Ulmer Arzt hat jetzt eine Petition eingereicht, um das Wegwerfen von Impfstoff-Resten zu verhindern. Seiner Meinung nach könnten aus den vorhandenen Impf-Ampullen mehr Impfungen gewonnen werden.
Mehr Impfstoff = mehr Impfungen?
Sechs Impfungen werden momentan aus einer Ampulle von Biontech/Pfizer verabreicht. Für den Arzt Dr. Christian Kröner aus Neu-Ulm, der auch in einem Impfzentrum arbeitet, ist das zu wenig. Er meint, dass bei 80 Prozent der Ampullen noch so viel Impfstoff übrig bleibt, um auch noch eine weitere siebte Dosis verabreichen zu können. Weil die Herstellerzulassung aber nur sechs Impfungen pro Ampulle erlaubt, muss laut Kröner der übrig gebliebene Impfstoff entsorgt werden. Demnach könnten auch bei AstraZeneca und Moderna mehr Impfdosen aus einer Ampulle gewonnen werden. Kröner fordert den Landtag dazu auf, die Verwendung der Impfstoff-Reste zu erlauben, sollte eine vollständige Dosis übrig bleiben.
Gesundheitsministerium: Impfstoff-Überschuss soll ordnungsgemäße Entnahme gewährleisten
Eine Sprecherin des Bayerischen Gesundheitsministeriums antwortete auf die Anfrage vonall-in.de, was das Ministerium vom Vorschlag von Dr. Kröner hält: "Die aktuellen Empfehlungen des StMGP an die 100 bayerischen Impfzentren orientieren sich an der Zulassung der Europäischen Kommission und des Paul-Ehrlich-Instituts. In der zugelassenen Produktinformation des Impfstoffs der Firma BioNTech / Pfizer ist die Entnahme von 6 Impfdosen mit je 0,3 ml Volumen vorgesehen." Dementsprechend hält man eher nichts davon, noch eine siebte Impfung mit dem übrigen Impfstoff vorzunehmen. Dass in den Impfstoff-Mehrdosenbehältnissen mehr Impfstoff ist als die vorgesehenen 6 Impfdosen, diene seitens des Herstellers dazu, "sicherzustellen, dass die vorgesehene Anzahl an Impfdosen auch tatsächlich ordnungsgemäß entnommen werden kann." Eine Sicherheitsreserve also.
Impfstoff-Wirksamkeit nur bei ordnungsgemäßer Anwendung
"Die ordnungsgemäße Entnahme der bei diesem Impfstoff vorgesehenen 6 Impfdosen aus einem Vial ist unabdingbare Voraussetzung für die Wirksamkeit der Impfungen", so die Ministeriumssprecherin weiter. "Ob im konkreten Einzelfall nach ordnungsgemäßer Verimpfung der vorgesehenen 6 Impfdosen noch eine siebte Impfdosis ordnungsgemäß entnommen werden kann, könnte ohnehin nur vor Ort durch die impfende Ärztin oder den impfenden Arzt entschieden werden, unter deren ärztlicher Verantwortung und Haftung."
Andere Bundesländer dafür - Dänemark macht es vor
Unter anderem haben laut Medienberichten die Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Hessen die Verwendung einer 7. Dosis befürwortet. In Dänemark hat man das schon im Januar umgesetzt.(Z. Info: Der Artikel wurde bearbeitet. Fälschlicherweise hatten wir formuliert, dass Nordrhein-Westfalen und Hessen die Verwendung der 7. Dosis bereits "erlaubt" hatten. Dafür gibt es allerdings keine Belege. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.)