Erneut wurden Senioren im Allgäu Opfer von Callcenter-Betrügern, diesmal ein Senioren-Ehepaar in Memmingen. Der Schaden ist fünfstellig.
Kontakt über Telefon, dreiste Lügen
Es war die mittlerweile schon altbekannte Masche "Falsche Polizeibeamte". Am Dienstagmittag übergaben die beiden bislang unbekannten Tätern Bargeld und hochwertigen Schmuck mit einem hohen fünfstelligen Wert an ihrer Haustür. Die Betrüger hatten die beiden 82-jährigen Opfer zunächst am Telefon kontaktiert sich als Polizeibeamte des "Raub- und Betrugsdezernates" der Kripo Memmingen ausgegeben. Sie logen dem Ehepaar vor, dass die Polizei Erkenntnisse über einen bevorstehenden Einbruch in der Wohnung des Ehepaares habe. Mit dieser Masche konnten sie erfragen, wieviel Bargeld und Schmuck die beiden Rentner zu Hause aufbewahren.
Geld und Schmuck übergeben
Angeblich sollten sämtliche Wertgegenstände vor einem bevorstehenden Einbruch in Sicherheit gebracht werden. Dazu haben die Betrüger mit dem Ehepaar vereinbart, das begehrte Diebesgut kurzfristig durch die Polizei amtlich verwahren zu lassen. "Nur wenig später übergab das Ehepaar Bargeld und Schmuckgegenstände an einen augenscheinlich uniformierten und wortkargen Mittäter, welcher wie vereinbart an ihrer Haustüre klingelte und ein zuvor vereinbartes Kennwort nannte", heißt es im Polizeibericht.
Senioren erkennen doch noch den Betrug
Während der gesamten Verhandlungsdauer hielten die Betrüger permanent den Telefonkontakt aufrecht, offensichtlich um zu verhindern, dass ihre Opfer gleichzeitig mit der Polizei oder Angehörigen telefonieren können. Erst als die dreisten Betrüger dann auch noch verlangten, dass die Senioren ihr komplettes Bankguthaben zur Sicherung an ein Konto in Großbritannien überweisen sollten, erkannte das Ehepaar den Betrug und verständigte die echte Polizei. Das zuständige Fachkommissariat für Eigentums- und Vermögensdelikte der Kripo Memmingen hat zwischenzeitlich die Ermittlungen zur Ergreifung der Täter aufgenommen.
Die Beschreibung des Abholers:
- männlich
- etwa 25-30 Jahre alt
- circa 1,80 Zentimeter groß
- schlanke Figur
- mitteleuropäisches Aussehen
- dunkle, lockige, zurückgekämmte Haare
- Bekleidet mit einer dunkelblauen, zumindest polizeiähnlichen Uniform
Wie diese Person zur Wohnung der beiden Senioren in der Machnigstraße gelangte, ist bislang unbekannt. Wer Angaben zu dieser auffälligen Person machen kann, welche möglicherweise zwischen circa 12:00 Uhr und 14:00 Uhr dort aufgefallen war, wird gebeten sich, unter Tel. 08331/100-0 an die Polizei zu wenden.
Die Betrugsmasche "Falsche Polizeibeamte"
Die falschen Polizeibeamten teilen den Geschädigten bei dieser Variation des Betrugs mit, dass in deren Haus ein Einbruch bevorstehen würde. Daher fordern sie die Geschädigten auf, sämtliches Bargeld und Wertgegenstände den vermeintlichen Polizeibeamten zur Sicherung zur übergeben, bis die Täter gefasst sind. Während ihrer Tat versuchen die Täter ihre Opfer stetig am Telefon zu halten, um eine Kontaktaufnahme mit Angehörigen und der echten Polizei zu verhindern und um zusätzlich Druck aufzubauen.
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Die Schadenssumme allein in diesem Jahr
Mit der Betrugsart des „Falschen Polizeibeamten“ erlangten Callcenterbetrüger im Jahr 2022 bereits über 300.000 Euro. Von über 1.000 gemeldeten Fällen waren davon 36 für die Betrüger erfolgreich.
Die Polizei rät:
- Lassen Sie grundsätzlich keine Unbekannten in Ihre Wohnung.
- Fordern Sie von angeblichen Amtspersonen, zum Beispiel Polizisten, den Dienstausweis.
- Rufen Sie beim geringsten Zweifel bei der Behörde an, von der die angebliche Amtsperson kommt. Suchen Sie die Telefonnummer der Behörde selbst heraus oder lassen Sie sich diese durch die Telefonauskunft geben. Wichtig: Lassen Sie den Besucher währenddessen vor der abgesperrten Tür warten.
- Die Polizei wird Sie niemals um Geldbeträge bitten. Geben Sie am Telefon keine Details zu Ihren finanziellen Verhältnissen preis.
- Bitte sprechen Sie auch mit Verwandten, Bekannten und Ihren Nachbarn über das Phänomen!