Bundespolizisten der Dienststelle Rosenheim trafen nach dem Zeugenhinweis an einer Tankstelle in Frasdorf auf drei Flüchtlinge. Am Bahnhof in Aschau hielten sich neun Menschen auf, die sich nicht ausweisen konnten. Laut einer Mitteilung der Bundespolizei sollen alle zwölf Migranten aus Syrien stammen.
Reise in stundenlanger Finsternis
Gegenüber der Polizei gaben die Migranten an, dass sie zusammen von Slowenien aus in einem Transporter auf dem Boden der Ladefläche losgefahren waren. Da es im Laderaum keine Fenster gab, befanden sie sich stundenlang im Finstern. Daher wussten sie auch nicht, wohin genau sie gefahren wurden. Irgendwann habe der Fahrer gestoppt und sie angewiesen, das Fahrzeug sofort zu verlassen.
Migranten komplett auf sich gestellt
Nachdem sie ausgestiegen waren, sei ihr Schleuser einfach davongefahren. Weil sie sich nicht auskannten, habe sich ein Teil dann in Richtung Frasdorf auf den Weg gemacht. Die anderen waren offenkundig im Raum Aschau unterwegs. Pro Person habe die Schleusung den Flüchtlingen zufolge ab Bosnien zwischen ein- und zweitausend Euro gekostet.
Versorgung auf Dienststelle
Von Frasdorf beziehungsweise von Aschau aus brachten die Bundespolizisten die abgesetzten zwölf Syrer nach Rosenheim in die Dienststelle, wo sie zunächst versorgt wurden. Wie die Bundespolizei weiter berichtet, wurden im Anschluss an die polizeilichen Maßnahmen die fünf erwachsenen Geschleusten im Alter zwischen 19 und 26 Jahren an eine Aufnahmestelle für Flüchtlinge in München weitergeleitet.
Jugendliche in Obhut des Jugendamtes
Die Minderjährigen im Alter von 14 bis 17 Jahren konnten der Obhut des Jugendamtes anvertraut werden. Ein 13-Jähriger wurde - in Abstimmung mit dem Jugendamt - von einem nahen Verwandten, der im Landkreis Berchtesgadener Land gemeldet ist, abgeholt.