Invasive Arten machen in Deutschland der heimischen Natur schon immer das Leben schwer. Amerikanische Eichhörnchen verdrängen die europäischen und Flusskrebse werden in Berlin zur Plage. Auch die Nilgans zählt zu den invasiven Arten. Der Wasservogel ist jetzt dabei, Baden-Württemberg zu erobern.
Die Nilgans - Aussehen und Herkunft
Die Nilgans hat lange rote Beine und braunes bis beigefarbenes Gefieder. Charakteristisch ist der braune Ring um die Augen. Der Kopf ist weißgrau, einige Exemplare haben auch einen rostroten Fleck im Nacken oder einen Halsring.
Nilgänse stammen ursprünglich aus Ägypten, sie wurden nach dem berühmten Fluss Nil benannt. In Europa ist die Gans seit dem 18. Jahrhundert heimisch. Damals wurde sie allerdings in erster Linie wegen ihres exotischen Aussehens gehalten. Von diesen Gänsen stammt die heutige europäische Nilgans-Population ab. Inzwischen steht der Vogel auf der EU-Liste der invasiven Arten. In Deutschland sind die Nilgänse ebenfalls weitverbreitet, da sie nicht zu den Zugvögeln zählen, bleiben sie das ganze Jahr über hier. Auch in Baden-Württemberg nimmt die Population stetig zu. Mit teils ekligen Folgen.
Gänsekot und aggressives Verhalten: Darum wird die Nilgans zum Problem
Nilgänse leben vor allem an Seen und Flüssen - also genau dort, wo sich auch viele Menschen im Sommer gerne aufhalten. Dabei kommt es immer häufiger vor, dass Liegewiesen oder Möbel vom Gänsekot verschmutzt sind. Das sagt auch Baden-Württembergs Landwirtschaftsminister Peter Hauk als in Esslingen ein Pilotprojekt zur Eindämmung der Nilgans-Population vorgestellt wurde. Er spricht auch ein weiteres Problem an: Nilgänse können während der Brutzeit sehr aggressiv werden, wenn sie ihre Nester verteidigen. Hauk zufolge können dabei auch Fußgänger angegriffen werden.
So will Esslingen die Nilgänse vertreiben
In dem Pilotprojekt in Esslingen geht es in erster Linie darum, die Gänse von bestimmten Plätzen fernzuhalten. Dabei sollen eher schonende Vergrämungstaktiken zum Einsatz kommen. Wie etwa das Pflanzen hoher Gräser, die die Nilgänse nicht mögen. Die Stadt plant auch den Einsatz von Drohnen und Pyrotechnik. Eine weitere Möglichkeit der schonenden Vertreibung der Gänse wäre das Anbohren der Eier. Diese Maßnahme ist allerdings sehr aufwendig, weil Nilgänse meist in hohen Bäumen nisten.
Hier darf die Nilgans geschossen werden
Andere Bundesländer greifen auch zu drastischeren Mitteln. In fast allen Bundesländern ist die Jagd auf Nilgänse erlaubt. Mit gezieltem Abschießen soll die Population verringert werden. Auch in Bayern dürfen die Wasservögel abgeschossen werden. Einige Nilgänse landen so auch auf dem Esstisch, angeblich soll ihr Fleisch ideal für einen Braten sein.
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