Verdacht der Untreue: Staatsanwaltschaft durchsucht Rathaus von Bad Wörishofen: Ermittlungen gegen Altbürgermeister Holetschek

12. April 2016 13:15 Uhr von Markus Heinrich
Heinrich

Im Rathaus von Bad Wörishofen sollte am Dienstag eigentlich die zweite Haushaltsberatung vorbereitet werden. Doch viel Zeit dazu hatten die Bediensteten dazu wohl nicht. Grund: Dort und in weiteren Gebäuden eine lief groß angelegte Durchsuchungsaktion der Staatsanwaltschaft Memmingen.

Beteiligt waren zahlreiche Beamte der Kriminalpolizei. Es geht um die Ermittlungen gegen den Landtagsabgeordneten und Altbürgermeister von Bad Wörishofen, Klaus Holetschek von der CSU. Gegen Holetschek liege eine Strafanzeige wegen des Verdachts der Untreue vor, teilte die Staatsanwaltschaft der AZ mit. Diesen Vorwürfen gehe man nach.

Beschlagnahmt wurden Unterlagen und EDV-Material. Ob auch Holetscheks Privaträume durchsucht wurden, sagt die Staatsanwaltschaft nicht. Nur soviel: Nicht alle durchsuchten Objekte lägen in Bad Wörishofen. Bürgermeister Paul Gruschka (FW) gab keinen Kommentar zu der Durchsuchungsaktion ab, wollte nicht einmal bestätigen, dass Ermittler im Haus sind. Klaus Holetschek selbst war bislang für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Er hatte die Vorwürfe stets bestritten.

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Es geht dabei um die Art und Weise, wie die Stadt Bad Wörishofen mit einem ihrer größten Aushängeschilder und Arbeitgeber umgegangen ist, der Therme. Bad Wörishofen habe von dem Bad über Jahre hinweg , so der Vorwurf. Es geht um eine hohe sechsstellige Summe. Dies war vor etwa zwei Jahren durchgesickert, bald darauf nahm die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen auf.

Die Thermenbetreiber, denen nichts angelastet wird, verwiesen in der Folge auf eine Zusage des zwischenzeitlich verstorbenen Altbürgermeisters von Bad Wörishofen, Erwin Singer (FW). Dieser habe die Freistellung vom Fremdenverkehrsbeitrag zugesichert. Andernfalls hätte es die Touristenattraktion Therme in Bad Wörishofen nicht gegeben, betonten die Betreiber. Zudem habe das Bad freiwillig erhebliche Summen überwiesen. Schriftlich fixiert wurde diese Zusage aber nach allem, was bislang bekannt ist, nicht.

Zur möglichen Zahlungspflicht der Therme gibt es mittlerweile sich widersprechende Gutachten und ein Mediationsergebnis, das der Stadtrat bewilligt hat. Zu diesem Beschluss läuft aber noch ein Beanstandungsverfahren. Bürgermeister Gruschka lehnt das Mediationsergebnis bekanntlich ab.