Siegbert Hettche ist ein weit gereister Mann. Und einer, dem es schon in jungen Jahren die Luftfahrt angetan hatte – bis heute ist er fasziniert davon. Doch mit 61 Jahren will der Inhaber eines Landsberger Schreibwarengeschäftes, der früher als Projektmanager in Nigeria, Dubai und Johannesburg arbeitete, nun eine neue Herausforderung anpacken:
Er tritt als Bürgermeisterkandidat des CSU-Ortsverbands Igling-Holzhausen an. Vor der Wahl des Iglinger Rathauschefs am Sonntag, 16. September, stellt die BZ alle Kandidaten im Porträt vor. Hettche ist der erste in der Runde. An Lebenserfahrung fehlt es dem CSU-Kandidaten, der sich gerne beim Bootfahren entspannt, nicht. Zwölf Jahre lang war er bei der Bundeswehr, zwei abgeschlossene Ausbildungsberufe – Hotelfachmann und Flugzeugtechniker – hat er absolviert. Und mit seiner Familie, seiner verstorbenen Frau Renate und seinem inzwischen 35-jährigen Sohn, war er insgesamt fast sieben Jahre lang (mit Pausen) in Nigeria zu Hause, um dort technische Projekte für die Luftfahrt aufzubauen. 'Das war eine spannende Zeit mit schönen Erlebnissen. Auch wenn es oft weder Strom noch Wasser gab – für uns hat es funktioniert und wir sind mit den Leuten gut ausgekommen. Wie es in den Wald hinein schreit, so kommt es auch raus. Das ist überall so', so Hettche.
2000 zog er mit seiner Familie nach Igling – 'meine Frau und ich haben uns gleich verliebt in das Haus. Wir sind sehr gerne nach Igling gezogen.' Auch, weil das seit 1989 parallel zu Hettches weiterer beruflicher Tätigkeit laufende Schreibwarengeschäft an der Iglinger Straße in Landsberg nicht weit weg ist. Seit dem Tod seiner Frau, der Hettche noch sehr schmerzt – 'wir waren ja fast 33 Jahre lang verheiratet' – führt er das Geschäft alleine. In Igling wohnt er zusammen mit seiner Lebensgefährtin und deren Sohn und ist voll ins Gemeinde- und Vereinsleben integriert: Als Vorsitzender der Veteranen-, Soldaten- und Reservisten-Kameradschaft, als Mitglied der Schützen sowie als Vorsitzender des CSU-Ortsverbands, für den er als Bürgermeisterkandidat antritt.
'Falls ich es werden sollte, werde ich Umstrukturierungen in meinem Laden machen, damit ich an drei Vormittagen pro Woche für die Gemeinde-Aufgaben zur Verfügung stehe.'
In der Politik 'mische' er gerne mit, sagt Hettche. Einige Wünsche, falls er Bürgermeister werden sollte: 'Neubürger sollen besser integriert werden. Und es soll kein Ober- und Unterigling mehr geben, sondern ein Igling. Und Holzhausen muss viel mehr miteinbezogen werden.' Das 'leider schlecht geratene Bild des Gemeinderats nach außen' hin will Hettche sanieren und wünscht sich mit Räten, Verwaltung und Bürgern eine gute, konstruktive Zusammenarbeit – auch mit den Nachbargemeinden.
Als CSU-Mann erhoffe er sich, auf Landkreisebene vieles für Igling durchsetzen zu können – 'die Rückendeckung ist größer als bei einer unabhängigen Dorfgemeinschaft, denke ich'. Die ersten Schritte mit Hettche als Bürgermeister wären es, 'aktuelle Probleme wie die Nahwärme abzuarbeiten'. Der Radweg nach Kaufering, eine Zufahrt zum Frauenwald (statt der Eisenbahnunterführung), eine Fotovoltaikanlage in der Kiesgrube und ein Gewerbegebiet ('Igling braucht Einnahmequellen!') liegen ihm ebenfalls am Herzen.