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Zeitreise an der Orgel

Scheidegg

Zeitreise an der Orgel

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    Zeitreise an der Orgel
    Zeitreise an der Orgel Foto: vera stiller

    Leider hatten nur knapp 20 Zuhörer am Palmsonntag den Weg in die evangelische Auferstehungskirche in Scheidegg gefunden, um zum Auftakt der Karwoche einem exquisiten Orgelkonzert zu lauschen. Die in der Schweiz lebende Diplom-Konzertorganistin Brita Schmidt-Essbach präsentierte ein vielseitiges Konzertprogramm, in dem sie den musikalischen Bogen von der Barockzeit bis in die Gegenwart spannte.

    Räumlich umfasste der Reigen der Komponisten fünf europäische Länder: Von Deutschland über England, Frankreich, das Baltikum bis in die ehemalige Tschechoslowakei führte die musikalische Orgelreise. Von Johann Sebastian Bach interpretierte Brita Schmidt-Essbach ein getragenes Präludium mit anschließender Fuge. Als weitere Orgelkomponisten des deutschen Barock stellte sie den Leipziger Johann Gottlob Schneider und Johann Ludwig Krebs vor. Aus der norddeutschen barocken Schule präsentierte die Organistin ein festliches Präludium mit Fuge von Vinzent Lübek.

    Die Variationen des tschechischen Orgelkomponisten Antonin Becvarovsky wurden ursprünglich für Klavier komponiert. Entsprechend tänzerisch und fröhlich ist ihr Charakter. Vom englischen Komponisten William Bird bot Brita Schmidt-Essbach ein interessantes Werk mit dem Titel "Flöte und Trommel". Und in der Tat waren beide Instrumente mit jeweils einer Hand eindrucksvoll auf der Orgel imitiert.

    Überhaupt zeigten sich die englischen Orgelwerke verspielt und fröhlich, während die Kompositionen der französischen Meister Theodor Dubois und Leon Boelmann eher an die Romantik erinnerten. Aus dieser musikalischen Epoche präsentierte die Organistin vier Choralvorspiele von Max Reger, des wohl bedeutendsten Orgelkomponisten nach Johann Sebastian Bach. Mit ihrer Zugabe kehrte Brita Schmidt-Essbach in die Barockzeit zurück und beendete ihr Konzert mit einer fulminanten Toccata in C-Dur von Johann Pachelbel.

    Die Zuhörer waren beeindruckt und dankten der hervorragenden Musikerin durch lang anhaltenden Beifall.

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