Buchloe | Von Johann Seibold: "Mehr getan als die normale Bürgerpflicht"

7. Januar 2009 00:00 Uhr von Allgäuer Zeitung

Jahresversammlung - Ehrungen für verdiente Mitglieder - Baubeginn für neues Gerätehaus ist derzeit ungewiss

Auf ein sehr ereignis- und arbeitsreiches Jahr 2008 blickte die Buchloer Feuerwehr bei ihrer Jahresversammlung im Kolpinghaus zurück. 2082 Einsatzstunden waren erforderlich für Brandbekämpfung, technische Hilfe und Sicherheitswachen. Dazu kommen viele Übungsabende, Ausbildungsveranstaltungen und Leistungswettbewerbe. Kommandant Helmut Weiß berichtete von tragischen Verkehrsunfällen, einem Großbrand und brennenden Traktorreifen. In seinen Ausführungen war auch immer wieder die Sorge um die körperliche Unversehrtheit seiner Schützlinge zu spüren, als etwa bei einem umgestürzten Lkw in Waal ein Stützbalken einen Feuerwehrmann am Kopf traf - zum Glück ohne Folgen.

Viel "technische Hilfe"

Den größten Teil der Aufgaben umfasst mittlerweile die "technische Hilfe". Wenn beispielsweise auf der B12 Tausende Flaschen Kaffeesahne umgeladen werden müssen oder "nur" ein Küken im Teich des Seniorenheimes zu retten ist.

"Glück und Pech" zugleich hätten die Bewohner eines Hauses in Buchloe gehabt, als die Sauna im Keller zu brennen anfing. Die Folge war ein total verrauchtes Haus mit erheblichen Folgeschäden. Der Brand habe auch aufgezeigt, wie orientierungslos man bei Rauchentwicklung werde. Der Appell der Feuerwehr geht deshalb dahin, Rauchmelder zu installieren.

"Mehr getan als die normale Bürgerpflicht" haben viele Jubilare, die für insgesamt 185 Jahre aktiven Feuerwehrdienst ausgezeichnet wurden, sagte der Kommandant.

Sowohl Weiß als auch Vorsitzender Gerd Daisenberger sprachen die zunehmende "Bürokratisierung" an. Manches wäre verzichtbar und koste nur "Zeit und Nerven" - wie etwa die Führerscheinregelung, so Daisenberger. Sein Dank ging vor allem an die Arbeitgeber für deren Unterstützung, indem sie die Aktiven bei Einsätzen freistellen.

Kreisbrandrat Martin Schafnitzel bedankte sich für die "großartige ehrenamtliche Tätigkeit". Sie zeige, dass in den Feuerwehren "etwas getan" werde. Er lobte vor allem die "hervorragend ausgebildete" Jugendfeuerwehr, die bei Leistungswettbewerben immer beste Plätze belege.

Auch Stadtpfarrer Reinhold Lappat ging auf das Engagement der Feuerwehr ein, das "ein wichtiger Beitrag der christlichen Menschensorge" sei. So inflationär das Wort Solidarität auch gebraucht werde, seinem Sinn entsprechend seien die Feuerwehrler "Menschen am Boden, die anderen zur Seite stehen".

"Dass gebaut wird, ist sicher"

Bezüglich des geplanten neuen Feuerwehrhauses erläuterte Bürgermeister Josef Schweinberger, dass das Grundstück gekauft und der Bebauungsplan "durch" sei. Man habe auch bereits einen "hervorragenden" Bauplan, allerdings sei der "wahnsinnig teuer". Derzeit würden Einsparmöglichkeiten ausgelotet, denn die Finanzkrise werde auch Buchloe treffen. "Dass gebaut wird, ist sicher.

" Nur wann und in welchem Umfang, konnte Schweinberger nicht sagen. Denn die Stadt müsse auch die anderen anstehenden Projekte im Auge behalten.