Artikel: EHC: Beinahe hätts geklappt

13. Januar 2003 20:29 Uhr von Allgäuer Zeitung

mit einem überraschenden Auswärtssieg beim Spitzenteam Peiting - Am Ende heißt's 4:6

Von Wolfgang Radeck, Peiting/Memmingen - Es war ein verrücktes Eishockey-Spiel, das sich Tabellenführer EC Peiting und der EHC Memmingen vor knapp 800 Zuschauern lieferten. Zum Schluss standen die Memminger 'Wölfe' trotz einer eindrucksvollen Leistung mit leeren Händen da und mussten die Heimreise mit einer 4:6 (0:3; 4:1; 0:2)-Niederlage im Gepäck antreten. Nach zuletzt vier Siegen in Folge wollte der EHC Memmingen auch beim Tabellenführer etwas reißen. Aber die Wölfe agierten in den ersten 20 Minuten wie das berühmte Kaninchen vor der Schlange und ließen ein spielerisches Gewitter des ECP über sich ergehen. Ein anderes Donnerwetter erhielten die Memminger dann wohl in der Kabine von Trainer Erwin Merath verpasst, der mit der gezeigten Leistung und dem 0:3-Zwischenstand in keinster Weise zufrieden sein konnte. Und siehe da: Urplötzlich zeigten auch die Memminger, dass ihre Ansprüche auf den fünften Platz und damit auf die Meisterrunde nicht an den Haaren herbei gezogen sind. Bobby Nagle (12.), Jeremy Garrison (22.), Sergejs Boldavesko (26.) und Ralf Gorges (31.) mit seinem ersten Saisontreffer drehten die Partie zur 4:3-Führung. Wohl niemand im Stadion hätte mit einer solchen Wende gerechnet. 'Es war nun ein richtig klasse Eishockey-Spiel', zollte auch Peitings Trainer Georg Kink den Memmingern Respekt. Aber die Oberbayern machten nun auch deutlich, warum sie in der Tabelle ganz oben stehen.

Zehnminütiger Aussetzer Trotz des zehnminütigen Aussetzers fanden sie wieder zu ihrem Spiel zurück und machten mächtig Druck. Und dennoch bedurfte es eines individuellen Fehlers von Markus Wartosch, der unglücklich stürzte und so den Weg zum 4:4 durch Peitings Top-Scorer Tom O'Grady frei machte. Die Entscheidung zugunsten der Peitinger fiel dann im Schlussdurchgang, begünstigt durch zwei Strafzeiten gegen den EHC. Erneut war es der überragende O'Grady, der mit seinen Treffern zwei und drei die Memminger endgültig auf die Verliererstraße brachte. Damit vergrößerte sich der Rückstand des EHC auf den fünften Platz wieder auf fünf Punkte; nicht zuletzt, weil die beiden Kontrahenten Miesbach und Geretsried am Wochenende zu teilweise überraschenden Punktgewinnen kamen. Pech in diesem Falle für den EHC Memmingen, der mit dem EC Peiting auf einen Tabellenführer traf, der trotz des sicheren Erreichens der Meisterrunde die Zügel nicht locker ließ. EC Peiting - EHC Memmingen 6:4 (3:0; 1:4; 2:0). - Tore: 1:0 (9.) Hain (Tisdale/Wikström), 2:0 (14.) Tisdale (O'Grady/Kößl), 3:0 (16.) Wikström (Hain/Tisdale; 4-4), 3:1 (21.) B. Nagle (Boldavesko/Spadacini), 3:2 (22.) Garrison, 3:3 (26.) Boldavesko (Spadacini), 3:4 (31.) Gorges (Anders), 4:4 (36.) O'Grady (Hansen/Zeck), 5:4 (48.) O'Grady (Raubal/Hansen; 5-4), 6:4 (52.) O'Grady (Zeck/Kink; 5-4). - Zuschauer: 744. - Schiedsrichter: Drews (Regensburg). - Strafminuten: Peiting 10, Memmingen 14.