Gemeinderat Diskussion über Umlageschlüssel für Kläranlagen-Kosten - Bürgermeister Arthur Dorn will gegenüber Legau und Kronburg hart bleiben - Entscheidung abermals vertagt">

Artikel: "Die wollten uns über den Tisch ziehen"

12. Dezember 2008 00:00 Uhr von Allgäuer Zeitung

Gemeinderat Diskussion über Umlageschlüssel für Kläranlagen-Kosten - Bürgermeister Arthur Dorn will gegenüber Legau und Kronburg hart bleiben - Entscheidung abermals vertagt

Von Armin Schmid |LautrachDie heftige Auseinandersetzung der Gemeinden im Illerwinkel um den neuen Umlageschlüssel für die Kosten der Kläranlage kommt nicht voran. Der Lautracher Gemeinderat befasste sich teils lautstark mit drei Abrechnungsvarianten, konnte sich aber nicht einigen und vertagte die Beratung abermals.

Bürgermeister Arthur Dorn erläuterte den Verlauf des seit 2005 strittigen Themas. Damals sei den Mitgliedsgemeinden der Verwaltungsgemeinschaft (VG) unterbreitet worden, dass der bisherige Schlüssel (Legau 55 Prozent, Kronburg 25 Prozent, Lautrach 20 Prozent) geändert werden müsse.

Laut Dorn wurden höhere Kosten für Lautrach mit dem Verbrauch der Regens-Wagner-Stiftung und dem Managementzentrum begründet. Die beiden Institutionen würden allerdings keinen höheren Phosphatanfall verursachen. Außerdem habe Lautrach bei der Einleitung von Oberflächenwasser den geringsten Anteil an versiegelten Flächen und es sei beim Fremdwasser zu beachten, dass große und lange Verbandskanäle im Gemeindegebiet von Lautrach liegen würden.

Mit drei Varianten auseinandergesetzt

Wie berichtet, sprach sich die VG-Versammlung - bis auf Lautrach - vor Kurzem für eine Aufteilung der Kosten nach dem Frischwasserverbrauch aus. Nach dem neuen Schlüssel, so Kämmerer Thomas Mazenik damals gegenüber der MZ, müsste Legau rund 20000 Euro weniger, Lautrach 14000 und Kronburg 5000 Euro mehr pro Jahr bezahlen.

Da eine "objektive Messung" 280000 Euro verschlingen würde und deshalb uninteressant sei, setzte sich der Lautracher Gemeinderat mit drei Varianten auseinander: Mit einer Abrechnung nach dem Frischwasserverbrauch, einer Abrechnung über Einwohnergleichwerte (dabei wird umgerechnet, welchem Verbrauch von Personen das Abwasser von Betrieben und anderen Einrichtungen entspricht) sowie einer 50/50-Lösung aus beiden Varianten.

Der Lautracher Anteil an den Betriebskosten der Kläranlage würde bei einer Abrechnung nach Einwohnergleichwerten rund 52 000 Euro, bei einer 50/50-Lösung 56000 Euro und nach dem Frischwasserschlüssel rund 60000 Euro betragen.

"Man muss die anderen nicht unnötig provozieren"

Angesichts einer kostengünstigeren Lösung für Lautrach müsse man gegenüber den anderen beiden VG-Gemeinden hartnäckig bleiben, so Dorn. "Die wollten uns einfach über den Tisch ziehen." Gemeinde Reinhard Dorn plädierte dafür, eine für alle drei Gemeinden tragbare Lösung anzustreben. "Man muss es nicht auf die Spitze treiben und die anderen Gemeinden unnötig provozieren", sagte er. Auch Zweite Bürgermeisterin Beate Zabler befürwortete eine Einigung. Dass Legau weiterhin so viel bezahle, sei nicht fair.

Die angespannte Situation löste sich mit der Abstimmung nicht. Von den anwesenden acht Gemeinderäten stimmten vier für eine Abrechnung nach Einwohnergleichwerten und vier für die 50/50-Lösung. Eine Abrechnung nach dem Frischwasserschlüssel kam aber nicht in Frage.

Das Gremium rang um einen Kompromiss. Doch eine von Dorn in die Diskussion eingebrachte 80/20-Lösung fand auch keine Mehrheit. Da die Fronten verhärtet waren und einige Räte fehlten, wurde das Thema vertagt.