Langenargen | az | Der Bodensee wird ab sofort mit dem neu entwickelten Computermodell "BodenseeOnline" überwacht. Mit dem europaweit einzigartigen Modell sollen Störfälle und Wetterextreme frühzeitig erkannt und ihre Auswirkungen prognostiziert werden.
Der Bodensee versorgt rund 5,5 Millionen Menschen mit Trinkwasser. Die Störfallvorsorge hat daher einen besonderen Stellenwert, wie der Zweckverband Bodensee-Wasserversorgung mitteilte. Mit "BodenseeOnline" können bei Schadstoffeinleitungen oder Chemieunfällen gezielte Massnahmen ergriffen werden.
Das System liefert Daten über die Strömungsverhältnisse und die Wasserqualität, wie etwa die Verteilung des Planktons, der Nährstoffe oder über Schwebstoffe, die der Alpenrhein in den See trägt. In Simulationen können unter anderem die Verbreitung von Stoffen, Wellenbewegungen und Strömungen dargestellt werden.
Außerdem sollen die Daten dabei helfen, die Folgen der Klimaerwärmung besser abzuschätzen. Bereits heute zeichnen sich deutliche Veränderungen ab. So ist in den vergangenen beiden Wintern die typische Durchmischung von sauerstoffreichem Oberflächenwasser mit Tiefenwasser ausgeblieben.
Nach einer zweijährigen Testphase sollen alle zuständigen Stellen Zugriff auf die Datenbank haben. "BodenseeOnline" wurde unter anderem von den Universitäten Konstanz und Stuttgart sowie der AG Wasserwerke Bodensee-Rhein entwickelt. Die Internationale Gewässerschutzkommission für den Bodensee (IGKB) unterstützt das Projekt.
