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Artikel: "Bauen in der Stadt lohnt sich"

4. Oktober 2008 00:00 Uhr von Allgäuer Zeitung

Emmi-Fendt-Preis Auszeichnung in drei Kategorien vergeben

Marktoberdorf | af | "Ich hoffe, das ist ein Ansporn auch für andere junge Familien, in der Stadt zu bauen und zu leben. Es lohnt sich." Waltraud Schmid muss es wissen. Gemeinsam mit Christian Januschowsky hatte sie in der Meichelbeckstraße ein Holzhaus gebaut und dafür den erstmals von der Initiative Stadtentwicklung Marktoberdorf (ISM) vergebenen Emmi-Fendt-Förderpreis erhalten. Den überreichte Vorsitzender Franz-Josef Fendt ebenso an Martin Fumian für dessen "Gesundheitshaus" in der Eberle-Kögl-Straße und an Familie Krumbacher für die Umgestaltung eines Bauernhofs.

Emmi Fendt, so der Vorsitzende, habe der Stadt das Erbe vermacht mit der gedanklichen Aufforderung, Marktoberdorf und vor allem das Zentrum aufzuwerten. Daraus sei in der ISM die Idee entstanden, Personen zu belobigen, die Geld in die Hand genommen, die Stadt verbessert, Wohnraum und sogar Arbeitsplätze geschaffen haben. Gemeinsam an einem Strang ziehe, müsse die Devise lauten. Daher gab es für die Preisträger außer einer Bronzeplakette zum Anbringen ans Haus ein Stück Bronzeseil aus der Werkstatt des Künstlers Bruno Wank.

Einsatz für mehr Lebensqualität, die gelungene Ausführung, das besondere Erscheinungsbild, kurzum: die positive Veränderung der Innenstadt seien einige der Bewertungskriterien gewesen, sagte Peter Ossenberg, neben Johanna Glas und Ulrich Bayrhof einer der Juroren.

Im Bereich Industrie- und Gewerbeneubau standen sechs Objekte zur Auswahl. Überzeugt habe das "Gesundheitshaus" der Familie Fumian. Der prägende Neubau sei ein gelungener Beitrag zur Gestaltung an einer stark frequentierten Straße. Das Erscheinungsbild mit zwei unterschiedlichen Fassaden - zur Straße hin anders als zum verkehrsberuhigten Bereich der Georg-Fischer-Straße - sei logisch. Martin Fumian selbst sah den Preis als Anerkennung dafür, bei der Mitgestaltung der Innenstadt den Schritt in die richtige Richtung gesetzt zu haben.

Das tat auch Familie Krumbacher mit der Umgestaltung eines lange leerstehenden Bauernhauses in der Georg-Fischer-Straße in einen "gehobenen Wohnraum im Herzen Marktoberdorfs". "Wohnen in der Stadt muss attraktiver werden", forderte Ossenberg. Der aus acht Mitbewerbern hervorgegangene Sieger habe dies beispielhaft umgesetzt. So war Isabella Krumbacher denn auch "ganz stolz" auf die Ehrung.

Als ein "hervorragendes Beispiel für gelungene Nachverdichtung" würdigte die Jury das Haus der Familie Januschowski-Schmid. Unter 14 Bewerbern habe das Haus zudem wegen seiner "außergewöhnlich hohen Wohnqualität" beeindruckt.

"Zum Stadtgespräch werden"

"Es zeigte sich bei allen", sagte Ossenberg, "dass niemand für sich allein gebaut hat, sondern für Marktoberdorf und seine Innenstadt." Ähnlich hatte es Architekt Christian Eger in seinem Vortrag beschrieben. Er forderte: "Stadtentwicklung muss zum Stadtgespräch werden."

Damit dürfte er Fendt aus dem Herzen gesprochen haben. Der Lenkungsausschuss habe sich mehrfach getroffen, der Verein "Mitten in Marktoberdorf" soll gegründet werden. Inzwischen sei die Stadt ins Förderprogramm "Leben findet Innenstadt" aufgenommen worden. 10000 Euro habe die ISM als finanziellen Grundstock gegeben, die gleiche Summe sei nun von der Regierung von Schwaben zu erwarten.

www.ism-mod.de