Füssen/Allgäu: An eine neue Tourismus-Schule ist momentan gar nicht gedacht

20. Januar 2009 00:00 Uhr von Allgäuer Zeitung

Fehlinformation - Etliche Gemeinden bewerben sich als Standort für angebliche Ausbildung, obwohl kein konkreter Plan vorliegt

Der Freistaat Bayern plane derzeit keineswegs die Errichtung einer neuen Tourismus-Schule - weder im Allgäu noch anderswo. Das teilte Marion Vogt, Sprecherin des Kultusministeriums, gestern auf Nachfrage mit. Es seien lediglich Defizite im Bereich der touristischen Ausbildung erkannt worden. Wie diese behoben werden, sei aber noch unklar. Demzufolge könne sich auch keine Kommune - wie bereits geschehen - als Schulstandort bewerben.

Das formuliert jedoch in einem Eilantrag jetzt beispielsweise die CSU-Fraktion vom Füssener Stadtrat. Für die angeblich geplante Tourismus-Schule hatten sich außerdem bereits unter anderem Lenggries, Bad Tölz und einige Gemeinden im Tegernseer Raum beworben. Auch der Füssener Landtagsabgeordnete Dr. Paul Wengert hatte sich vergangene Woche für eine Tourismus-Schule im Allgäu ausgesprochen. "Mit ihrer Absicht, in Bayern eine Tourismus-Schule einzurichten, kommt die CSU endlich einer Forderung der SPD aus der letzten Legislaturperiode nach", schrieb er in einer Pressemitteilung.

"Es kann durchaus sein, dass die SPD auf den Plan gebracht hat, dass im Tourismusbereich mehr gemacht werden muss", sagt dazu Marion Vogt. "Aber es geht hier nicht konkret um eine Schule, sondern im Moment lediglich um Konzepte." Das heißt nun laut der Ministeriums-Sprecherin: Der Freistaat sage mitnichten, wir brauchen eine neue Tourismus-Schule, also bewerbt euch als Standort. Es sei lediglich erkannt worden, dass man im Tourismusbereich noch Ausbildungsangebote brauche. Ob es sich dabei um eine komplett neue Schule oder nur zusätzliche Angebote an einer Berufsschule oder Fachakademie handeln wird, sei völlig offen.

Orte schließen sich untereinander nicht als Standorte aus

Auch gehe die Initiative dafür nicht vom Freistaat aus, sondern müsse von den Kommunen kommen. "Wenn Bedarf im Allgäu oder anderswo besteht, muss der an die Regierung herangetragen werden und dann wird geprüft, in welcher Form eine berufliche Weiterqualifizierung vor Ort umsetzbar ist", sagt Vogt. Das bedeute auch, dass sich die Orte untereinander als Standorte nicht ausschließen.