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Artikel: 30.Ostallgäuer Kunstausstellung: Mehr Raum für die Exponate

9. Oktober 2008 00:00 Uhr von Allgäuer Zeitung

Morgen Eröffnung Weniger Werke als im Vorjahr im Künstlerhaus - Wieder drei Auszeichnungen

Marktoberdorf/Ostallgäu | rel | Es ist ja nicht so, dass das Interesse der Kunstschaffenden an der "Ostallgäuer" geschwunden wäre: Zwar reichten dieses Jahr etwas weniger Künstler aus der Region Werke für die 30. Ostallgäuer Kunstausstellung ein als im Vorjahr, doch waren es mehr als 2006. In der Vergangenheit schwankte immer wieder die Zahl der Einreichungen. So gibt es auch keinen Grund für die Besucher der morgen beginnenden Ostallgäuer Kunstausstellung 2008, es gar als Zeichen von Imageschwund zu werten, wenn die Exponate im Marktoberdorfer Künstlerhaus lichter gehängt sind.

Auch wenn das Spektrum der gehängten Arbeiten kleiner geworden ist: Annette Scholl, neue Leiterin des Hauses und zum ersten Mal mit der Ostallgäuer Kunstausstellung betraut, sieht dies als Gewinn. "Die einzelnen Werke bekommen mehr Raum. Das tut der Kunst gut", sagt sie. 185 Künstlerinnen und Künstler hatten auf die Ausschreibung des Marktoberdorfer Kulturamtes, das die Ausstellungsleitung innehat, insgesamt 303 Arbeiten eingereicht. In die Ausstellung aufgenommen wurden letztlich 49 Arbeiten von 37 Kunstschaffenden.

Im Vorjahr waren es zehn Werke mehr. Scholl will dies keinesfalls als Zeichen für einen Qualitätsschwund gewertet wissen. Vielmehr liege es mit an der Zusammensetzung der Jury. Denn diese habe "aus ziemlichen Hochkarätern" bestanden.

Weil deren Messlatte wohl höher lag als früher, kamen weniger Werke zum Zuge. Fünf Expertinnen und Experten bildeten die Jury: Dr. Marion Ackermann (Direktorin Kunstmuseum Stuttgart), Dr. Stephan Urbaschek (Kurator Sammlung Götz München), Pia Lanzinger (Künstlerin und Kuratorin Berlin/München). Helmut Domnik (Bundesverband Bildender Künstler) und Annemarie Helmer-Heichele (ebenfalls BBK).

Herausforderung Ziegelbau

Auch dieses Jahr werden drei Preise vergeben. Einmal mehr hat die Stadt Marktoberdorf den Johann-Georg-Fischer-Kunstpreis ausgelobt. Bürgermeister Werner Himmer wird ihn überreichen, damit verbunden ein 2500-Euro-Scheck. Des weiteren stiftet Altbürgermeister Franz Schmid einen Sonderpreis (2000 Euro) und schließlich gibt es noch den "Familie Paul Breitkopf-Preis" (2000 Euro).

Wer mit welchem Preis ausgezeichnet wird, wird erst morgen bei der Vernissage bekannt gegeben.

"Zwischen den Polen"

Annette Scholl hält mit ihrer Meinung nicht hinterm Berg: Der Ziegelbau Künstlerhaus stelle "Künstler und Ausstellungsmacher vor große Herausforderungen". Mit der Schau biete die Stadt Marktoberdorf Kunstschaffenden aus der Region die Möglichkeit, "sich zwischen den Polen ,Kunstförderung und Kunstbewertung, einem spannenden Ausstellungsort und der gewohnten Ateliersituation zu bewegen", so die Künstlerhaus-Chefin. Viele junge Künstler fänden hier erstmals Gelegenheit, sich einem größeren Publikum zu zeigen.

Die 30. Ostallgäuer Kunstausstellung, veranstaltet von der Stadt Marktoberdorf, wird morgen um 16 Uhr im Künstlerhaus an der Kemptener Straße eröffnet. Es spricht der Schauspieler Robert Giggenbach. Die Schau ist bis 2. November geöffnet: Montag bis Samstag von 15 bis 18 Uhr, Sonntag von 10 bis 16 Uhr.