Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger möchte rund 300 neue Windräder in Bayern bauen. Wenn es nach dem Chef der Freien Wähler geht, soll der Großteil davon in bayerischen Wäldern entstehen. Das soll einige Vorteile haben.
Fläche wird "ökologisch aufgewertet"
"37 Prozent der Landesfläche sind Wald - und wir müssen jetzt mehr Windkraft in Bayern realisieren", so der Politiker gegenüber der dpa in München. Es gehe darum, Potentiale in den heimischen Wäldern zu beleuchten und zu realisieren. Die Waldgebiete würden laut Aiwanger durch Windräder ökologisch aufgewertet werden. Was zunächst nach einem Widerspruch klingt, begründet der Wirtschaftsminister damit, dass Anstelle von Baum-Monokulturen auf den rund 50 mal 50 Meter großen Bauflächen Blumen und Disteln wachsen, die vielen Tieren, unter anderem Schmetterlingen, als Lebensraum dienen sollen. Die gefällten Bäume könnten außerdem andernorts wieder aufgeforstet werden. Außerdem würde so die Einhaltung der stark kritisierten 10H-Regel umgangen werden.
10H-Regel in der Kritik
Die 10H-Regel steht schon seit einiger Zeit in der Kritik. Die Regel besagt, dass der Abstand zum nächsten Wohnhaus mindestens die 10-fache Höhe des geplanten Windrades betragen muss. Ein 180 Meter hohes Windrad muss nach aktuellen Regeln mindestens 1,8 Kilometer vom nächsten Wohnhaus entfernt sein. Auch deshalb will Aiwanger jetzt die Waldflächen nutzen.