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Die Erste Hilfe als Lebenswerk

Kaufbeuren

Die Erste Hilfe als Lebenswerk

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    Sein Leben hat er der Lebensrettung gewidmet: Der 60-jährige Dieter Fischer hat mehr 17000 Kinder und Jugendliche, junge Erwachsene, werdende Eltern, Berufstätige und Senioren in Erster Hilfe ausgebildet. Viele von ihnen kamen und kommen aus Kaufbeuren und den Umlandgemeinden. Im nächsten Jahr ist er in seinem 50. aktiven Jahr bei der Johanniter-Unfall-Hilfe - dabei ist er schon viel in Deutschland und in den Johanniter-Verbänden "herumgekommen".

    Im Dezember 1960 ist Dieter Fischer bei den Johannitern eingetreten, damals war er noch ein Junge, der von der Rettungsorganisation "schlichtweg begeistert" war. Doch schnell hat er gemerkt, dass er nicht nur selbst Erste Hilfe lernen möchte, sondern diese vor allem auch vermitteln kann.

    1966 ließ er sich zum "Hilfsausbilder weiterbilden, wie es damals noch hieß", erzählt er im rheinischen Akzent, obwohl er schon seit 1969 in Bayern lebt. Vor seinem Umzug startete er seine "Karriere eines Ehrenamtlichen" bei den Johannitern: Vom Hilfsausbilder wurde er zum Ausbilder im Jahr 1968, außerdem engagierte er sich als Gruppenführer im Katastrophenschutz.

    "Das Umfeld hat gestimmt, es hat Spaß gemacht und es macht heute noch Spaß", beantwortet Dieter Fischer die Frage, weshalb er sich seit Jahrzehnten engagiert, und er ergänzt schmunzelnd. "In der Ausbildung kann ich Lehrer spielen."

    Wäre der Lehrberuf sein Traumberuf gewesen, den er nie hatte? "Nein", sagt er bestimmt, "meinen Traumberuf hatte ich - als biomedizinischer Techniker auf einer Münchner Intensivstation." Dass ihn zur Berufswahl - "etwas Medizinisches" - die Johanniter bewogen haben, verneint er aber nicht. So pendelte der ehrenamtliche Johanniter 24 Jahre lang jeden Tag nach München in die Klinik, und in der Zeit, als es die A 96 noch nicht gab, war er oft lange unterwegs.

    Aber damals wie heute begegnete er immer wieder Situationen, in denen er Erste Hilfe bei Autounfällen leisten musste. "Einmal habe ich von einem Unfallopfer danach eine Kiste Wein geschenkt bekommt", erinnert er sich.

    Hauptsächlich bildet Fischer in Landsberg, wo er wohnt, und im Ostallgäu aus. "Die Region gefällt mir, hier lebe und bin ich gerne", meint der "berufstätige Pensionär", wie sich Dieter Fischer selbst bezeichnet. Bei den Johannitern ist er gefragt, genauso aber in den zahlreichen Kindergärten, in den Schulen und vielen anderen Einrichtungen, die "ihren Herrn Fischer" als Ausbilder haben wollen.

    Ein Fallbeispiel, das Dieter Fischer gerne in seine Kurse für Eltern einbringt, hat ihm seine Tochter in dramatischer Weise gebracht: "Beim Tollen ist sie als Mädchen mit dem Kopf auf die Tischplatte geschlagen, wir hatten den Verdacht auf einen Schädelbruch", erzählt Fischer, und noch heute sieht man ihm die Betroffenheit an. Es verlief glimpflich, aber dieses Ereignis war für den Vater der Grund, sich noch mehr in der Ersten Hilfe am Kind zu engagieren.

    Warum er das macht? Es ist wohl mehr als ein Hobby. Über 5000 Kinder hat er ausgebildet, das macht ihm besonders Spaß, "weil sie unbefangen an die Sache herangehen und es können. Man kann sie zum Helfen erziehen."

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