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Der Türsteher für das Internet

Kaufbeuren

Der Türsteher für das Internet

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    Immer häufiger wird an Schulen das Internet in den Unterricht eingebunden. Neben lernrelevanten Inhalten birgt das weltweite Datennetz für Schüler aber bekanntermaßen auch etliche Gefahren. Webseiten mit pornografischem, extremistischem oder gewaltverherrlichendem Gehalt sollten von Kindern und Jugendlichen möglichst ferngehalten werden. Die Josef-Landes-Schule in Kaufbeuren beteiligt sich daher am Pilotschulen-Programm "Kinder- und Jugendschutz im Internet" der gemeinnützigen "Time for Kids Foundation" aus Berlin.

    Deren "Schulfilter plus", der als Software-Lösung im EDV-System von Schulen installiert ist, soll einen Schutz vor den "Schmuddelseiten" bieten. "Das Programm funktioniert wie ein Türsteher zwischen Schule und Internet", erklärt Lothar Zwick, Systembetreuer der Schulen in Kaufbeuren. Die technisch noch sicherere Variante sei allerdings die Hardware-Lösung an der Josef-Landes-Schule, wo jeder Nutzer über einen so genannten "Schulrouter" ins Netz gehen müsse.

    Schulgerechte Lösung

    95 Prozent aller Pornoseiten können somit beispielsweise erkannt und gesperrt werden, gehören also zur "Schwarzen Liste". Ein Spitzenwert, sagt Andreas Klett, Geschäftsführer von "Time for Kids". Der große Vorteil des Konzepts sei außerdem, dass die Lehrer gemäß dem "Nutzerprinzip" selbst bestimmen könnten, welche Seiten sie den Schülern anbieten wollen.

    Für den Biologieunterricht könne die Lehrkraft durchaus Seiten mit sexuellem Inhalt individuell freischalten. "Dadurch bieten wir eine sehr schulgerechte Lösung für modernen Unterricht", versichert Klett.

    Die Josef-Landes-Schule ist als Pilotschule, deren Patenschaft Oberbürgermeister Stefan Bosse übernommen hat, rundum zufrieden mit dem Projekt. "Der Filter funktioniert technisch fast tadellos und kann eben sehr differenziert eingestellt werden", bestätigt Konrektor Bertram Schauer. Leider könne man oft nicht vermeiden, dass die Schüler zuhause mit jugendgefährdendem Inhalt aus dem Internet konfrontiert werden. Zumindest an der Schule sollte man es aber strikt unterbinden.

    Das gelte übrigens auch für die florierenden sozialen Netzwerke wie "Lokalisten" oder "Facebook", weil diese häufig vom Unterricht ablenkten, wenn denn das Internet für diesen verwendet werde, ergänzt Lothar Zwick. Der Systembetreuer stellt in Aussicht, dass nahezu alle städtischen Schulen noch heuer mit dem Filter ausgestattet werden sollen. Auch die Berufsschule und die Sophie-La-Roche-Realschule verfügen laut Zwick bereits über die Software-Lösung: "Unser Ziel ist es, die Schüler in Kaufbeuren auch generell zu einem vernünftigen Umgang mit Medien zu erziehen und ihr Bewusstsein dafür zu schärfen." (wd)

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