Straßensperrung: Neue Regelung in der Füssener Ritterstraße wird von Vielen ignoriert

2. August 2011 00:00 Uhr von Allgäuer Zeitung
dominik riedle

Stadt kündigt Kontrollen an

Es ist Montag, 10.30 Uhr. Noch ist es relativ ruhig in der Ritterstraße. Ein Urlauber aus dem Landkreis Biberach rollt mit seinem Wagen langsam durch die enge Gasse - doch eigentlich dürfte er das seit einer halben Stunde gar nicht mehr: Seit gestern ist die Ritterstraße zwischen 10 und 18 Uhr für Autofahrer tabu. Der vom Stadtrat beschlossene Versuch, der tagsüber auch Anliegern die Durchfahrt verbietet, soll sechs Wochen dauern. Der 54-jährige Urlauber am Autosteuer zuckt die Schultern: > Das aber haben die städtischen Mitarbeiter mit dem Hinweis auf die Fußgängerzone in aller Früh am Magnusplatz angebracht. Auch an der Lechhalde weisen zwei Umleitungsschilder auf die Sperrung hin, an der Theresienbrücke prangt zudem die Tafel >. Dennoch rollen an diesem Vormittag etliche Autos - die meisten mit Ostallgäuer Kennzeichen - von der Lechhalde aus durch die Ritterstraße. Nur Enrico Weishaupt aus der Ziegelwies ist eine der wenigen Ausnahmen: Er stoppt in der Lechhalde und dreht um. >, erläutert er. Dass er nun den Umweg über die König-Ludwig-Brücke nehmen muss, stört den 27-Jährigen nicht: >

Geschäftsleute in der Altstadtgasse teilen diese Meinung: >, sagt ein Mitarbeiter im >. Genauso sieht es Sylvia Reisacher von der Boutique >: >

Klaus Keller vom gleichnamigen Sportgeschäft dagegen lehnt die Sperrung weiterhin energisch ab: > Eine Sorge treibt ihn besonders um - und er betont, er spreche dabei für die Werbegemeinschaft Füssen, deren Vorsitzender er ist:

>>Dann nämlich nehme der Verkehr an der König-Ludwig-Brücke zu. Staus seien die Folge, was wiederum Kunden aus dem Umland abschrecke: >

Inzwischen ist es 11.30 Uhr. Mitarbeiter der Stadtgärtnerei stellen am Magnusplatz einen weiteren Blumenbottich auf. Die Gefäße sollen >, so Manfred Schweinberg von der Verkehrsbehörde. Eine richtige Barriere könne man aber nicht errichten: > Zulieferer der Geschäfte dürften ohne städtische Erlaubnis nur bis 10 Uhr oder ab 18 Uhr in die Ritterstraße fahren.

Am Nachmittag belehrte die städtische Verkehrsüberwachung Autofahrer, die die Ritterstraße benutzen wollten. >, kündigt Schweinberg an. 15 Euro kostet das Ignorieren des Fahrverbots. Zudem will Schweinberg die Polizei bitten, ein Auge auf Verkehrssünder zu werfen. Doch Füssens Polizeichef Günther Stadler sagt: Es sei Aufgabe der Stadt, für eine wirksame Beschilderung zu sorgen. >