Wasserleitung: Nachts sinkt in Hergatz der Wasserdruck

5. Juli 2012 00:00 Uhr von Allgäuer Zeitung
Felix Heyder (dpa)

Pumpe schaltet beim Auffüllen des Tanks aus

Bürger aus dem Hergatzer Ortsteil Engelitz haben sich über zu geringen Wasserdruck in den Trinkwasserleitungen beschwert. Roger Enk, Technischer Leiter des Zweckverbands Wasserversorgung Handwerksgruppe, erläuterte in der Gemeinderatssitzung die Situation. Zwischen 23.30 Uhr und 6 Uhr werde der Hochbehälter in Wohmbrechts vom Hochbehälter Sigmanns aus aufgefüllt. In dieser Zeit schalte die Pumpe zur Druckerhöhung in Wohmbrechts aus. Der Wasserdruck, der tagsüber bei 2,6 bis 2,8 bar liegt, sinke dann um etwa ein Bar.

Bei Rohrbrüchen oder mehreren heißen Tagen hintereinander komme es vor, dass die Nachtzeit nicht ausreicht, um den Behälter voll zu füllen, erläuterte Enk. Dann schalte sich Sigmanns auch mal untertags zu. Das sei nicht etwa eine neue Situation, sondern schon seit Jahren so. Und gegenüber früheren Zeiten, als Hergatz noch Selbstversorger war, habe sich die Situation sogar leicht verbessert, so Enk.

Mit stärkerer Pumpe nicht getan

Der Zweckverband liefere seit 2001 über eine neu gebaute Graugussleitung Wasser nach Wohmbrechts. Seit dem Schließen der Grod-Quelle 2005 würden der komplette Ortsteil wie auch Engelitz und Hergatz mit Trinkwasser versorgt.

Wolle man die Situation verbessern, sei es nicht mit einer stärkeren Pumpe getan, da die Pumpendruckleitung von Hochbehälter zu Hochbehälter auf maximal 6 bar ausgelegt ist.

Die Kosten für einen Leitungsneubau auf der 1,5 Kilometer langen Strecke samt neuer Pumpe bezifferte Enk auf 100 000 bis 150 000 Euro. Auf die Frage aus dem Gremium, wann die Handwerksgruppe wohl an dieses Projekt gehen könnte, meinte Enk, dass da im Minimum fünf Jahre vergehen.

Problematisch für Landwirte

Wie problematisch das Absinken des Wasserdrucks für seinen Betrieb ist, machte Ratsmitglied Michael Zeh deutlich. Bei dem Landwirt erfolgt die Milchabholung zu Nachtzeiten. Danach wird der Tank zeitgesteuert gereinigt. Wenn der Druck schlecht ist, wird dann mit zu wenig Wasser gespült, sagte Zeh.

Also müsse er jeden Morgen nachkontrollieren. Zeh sprach auch den Brandschutz an. Bei Hydranten in Engelitz könne die Feuerwehr die Tragkraftspritze nur auf Teillast stellen, sonst ziehe es den Schlauch zusammen. Enk erinnerte daran, dass der Hochbehälter in Engelitz damals von der Leitungswasserversorgung abgekoppelt worden sei.

Die Gemeinde habe ihn als Feuerlöschbehälter vorgesehen, habe vorgehabt, eine Leitung zu zwei Hydranten nach Engelitz zu verlegen. Das sei allerdings nicht durchgeführt worden. Diesbezüglich müsse man sich 'vertrauensvoll an den Bürgermeister wenden'. 'Sie haben also auch noch ein bisschen Hausaufgaben zu machen', merkte Enk an. Generell werde im Falle eines Vollbrandes eine zweite Pumpe im Hochbehälter Wohmbrechts zugeschaltet.

Wichtig sei es daher, dass die Wehren die Handwerksgruppe auch informieren, was nicht immer der Fall sei. Über die Festnetznummer (0 83 89) 92 16 16, die auf das Handy des Bereitschaftsdienstes umgeleitet würde, sei man rund um die Uhr erreichbar, so Enk.

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