Lebensretter: Der Lindenberger Stadtrat Dr. Friedrich Haag rettet Freund aus brennendem Auto

26. Mai 2011 00:00 Uhr von Allgäuer Zeitung
privat

"Es war meine Verpflichtung" - von Ministerpräsident Seehofer mit Rettungsmedaille ausgezeichnet

Dr. Friedrich Haag, der Lindenberger Stadtrat und Arzt, ist von Ministerpräsident Horst Seehofer mit der Bayerischen Rettungsmedaille ausgezeichnet worden, weil er seinen Freund Franz Erne aus dem brennenden Autowrack gezogen hat. "Es war meine Verpflichtung zu helfen", so Haag zu der Tat.

Der 19. Dezember ist für die Ehepaare Erne und Haag wie ein Geburtstag. Am Freitagabend, 19. Dezember 2008, waren die befreundeten Familien aus Lindenberg frohgestimmt auf dem Weg zum Weihnachtsmarkt in Rothenburg ob der Tauber.

>, berichtet Haag, der den Unfall ohne nennenswerte Blessuren überstand, im Gespräch mit der Heimatzeitung. > Sie waren - Glück im Unglück - mit Ernes Mercedes unterwegs.

Fahrer Franz Erne war eingeklemmt und hatte mehrere Brüche erlitten. Alle anderen konnten das Fahrzeug, wenn auch zum Teil schwer verletzt verlassen. Nach einiger Zeit begann es aus dem Motorraum zu qualmen, vermutlich schmorte ein Kabel. >, erzählt Haag die dramatischen Minuten. Auch mehreren kräftigen Männern gelang es nicht, Erne zu befreien. Die Feuerwehr konnte wegen der vereisten Fahrbahn nicht schnell genug kommen.

Bei lebendigem Leib verbrannt

Plötzlich züngelten die ersten Flammen unter dem schmelzenden Plastik-Armaturenbrett hervor. Da kam Haag die rettende Idee: zusammen mit einem weiteren Helfer versuchte er Erne durch die offene Beifahrertür herauszuziehen. >, so Haag, gelang es auch, den Freund, dessen Unterschenkel brannte, zu bergen. Sekunden später brannte das Autowrack >, schildert Gerti Erne. >, sagt Franz Erne und es friert ihn immer noch bei dem Gedanken. Mitbekommen hat er die Rettung, aber nicht mehr den Brand. Er war bewußtlos geworden und wachte erst am nächsten Morgen im Krankenhaus wieder auf.

Ein dreiviertel Jahr war der Einzelhändler auf Rollstuhl und Krücken angewiesen, ehe er wieder die ersten Wanderungen machen konnte. Die Verbrennungen machen ihm noch immer zu schaffen. Und wenn ein Auto scharf entgegenkommt, zieht er noch heute unwillkürlich den Kopf ein. >, wird Erne nachdenklich im Gespräch.

Franz Erne war es ein Bedürfnis, Monate danach an Ministerpräsident Horst Seehofer zu schreiben, damit der wagemutige Einsatz belohnt wird. Die bürokratischen Mühlen fanden am vergangenen Montag ein angenehmes Ende: beide Familien waren ins Antiquarium der Münchner Residenz geladen; Der Frauenarzt Haag erhielt während einer mehrstündigen Feier aus den Händen von Seehofer die Lebensrettermedaille des Freistaats, >.

>, sieht Haag das Geschehen im Rückblick.

Dem widerspricht sein Freund Franz Erne nachdrücklich: >