Gymnasium: Abitur - 95 Schüler feiern in Türkheim

4. Juli 2012 00:00 Uhr von Allgäuer Zeitung
anja worschech

Ein Tag des Aufbruchs – Fast ein Drittel hat eine Eins vor dem Komma, Julian Seethaler die Traumnote 1,0

Die Schulzeit und damit ein prägender Lebensabschnitt geht nun für den zweiten G8-Jahrgang des Joseph-Bernhart-Gymnasiums in Türkheim zu Ende. Mit einer gesanglichen Eigenkomposition über ihr Schulleben haben die Abiturienten ihre Feier in der festlich geschmückten Turnhalle begonnen. 'Jetzt ist der Stress erstmal vorbei', singen sie sichtlich gelöst und erleichtert.

Dabei hat sich der Stress und das Lernen für die meisten gelohnt. 95 junge Frauen und Männer haben das Abitur geschafft, zwei sind bei den Prüfungen durchgefallen. Stolze 29 Prozent haben eine Eins vor dem Komma, darunter sind 13 mit einem Schnitt zwischen 1,0 und 1,5. Was den Durchschnitt anbelangt, haben die Männer dieses Jahr im Spitzenbereich sogar leicht die Nase vorn.

Die stellvertretende Landrätin Heidi Zacher bezeichnete den Abend als 'Tag des Aufbruchs und des Abschiednehmens'. Von nun an beginne eine Reise ins Ungewisse. 'Bleiben Sie sich selbst treu, bewahren Sie sich Wissensdurst und bleiben Sie lernbereit', lautete ihr Rat. 'Vergessen Sie nicht Ihre Familie, Ihre Schule und Ihren Landkreis. Wir brauchen Menschen mit ihren Qualitäten.

' Die Vorsitzende des Elternbeirates Gerti Balkow zitierte Steve Jobs, den Apple-Gründer: 'Alles was man im Leben macht, hat einen Nutzen.' Für die Zukunft haben die Schulabgänger viele Möglichkeiten. Balkow gab ihnen einen Tipp von Jobs weiter: 'Tut was ihr tun müsst. Aber tun Sie es mit Spaß, dann kommt der Erfolg von allein.'

Auch die Abiturienten bedankten sich für 'die beste Zeit ihres Lebens' bei den Lehrern. Als Abimotto hatten sie 'Wasabi – auch die Schärfsten müssen mal gehen' gewählt.

Das passe auch zu Schulleiter Folkhart Glaser, der am Ende des Schuljahres in Pension geht: 'Die Schule verliert nun auch den Schärfsten aller Direktoren.'

Letzte Ansprache des Direktors

Glaser, der nach zwanzig Jahren seine letzte Abituransprache hielt, meinte: 'Dieses Land braucht kompetente, leistungsfähige und leistungsbereite junge Menschen.' Die Abiturienten gehören nun in ihrer Altersgruppe zu den Bestqualifizierten.

'Hängt euch rein', forderte Glaser sie auf. 'Aber vergesst nicht, dass die bloße Jagd nach Erfolg und Geld schnell zu einer Hetzjagd werden kann, in deren Mittelpunkt ihr selbst das Opfer seid.

' In seinem Appell an die jungen Menschen macht er ihnen Mut, ihren eigenen Lebensweg zu entwickeln, ihre Zuversicht und ihren Ideenreichtum zu bewahren.

Nach der Zeugnisausgabe wurden die Jahrgangsbesten geehrt. Zusätzlich zu ihren schulischen Bestleistungen haben die vier Abiturienten Julian Seethaler (Note 1,0), Anna Wendl (1,1), Andreas Weh (1,1) und Verena Sylle (1,2) die Prüfungen des Bayerischen Eliteförderungsgesetzes bestanden. Timo Nieberle und Michael Hörmann glänzten mit einem Schnitt von 1,3.

Michael Hörmann bekam für sein schulisches Engagement beim Domino-Schulweltrekord den Joseph-Bernhart-Preis verliehen.

In ihrer letzten musikalischen Eigenkreation verabschiedeten sich die Abiturienten von ihrem Schülerdasein: 'Pfiat di Gott Schulleben und griaß di Gott Freiheit.'