Landkreis ordnet Maßnahmen in Kitas an
Unterallgäu übersteigt Corona-Frühwarnwert

Das Unterallgäu hat den Frühwarnwert überschritten und deshalb Stufe zwei des Hygieneplans angeordnet (Symbolbild).
  • Das Unterallgäu hat den Frühwarnwert überschritten und deshalb Stufe zwei des Hygieneplans angeordnet (Symbolbild).
  • Foto: Bild von Tumisu auf Pixabay.
  • hochgeladen von Lisa Hauger

Das Unterallgäu hat den Corona-Frühwarnwert von 35 Neuinfizierten pro 100.000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen um 3,9 überschritten. Der Landkreis ordnet deshalb spezielle Maßnahmen in Kitas an, so das Landratsamt Unterallgäu in einer Mitteilung. Damit sollen Infektionsketten bei einem Corona-Fall besser nachverfolgt werden können.

  • Demnach gilt für die Kindertagesstätten im Landkreis ab sofort ein eingeschränkter Regelbetrieb. 
  • Alle Kinder können die Einrichtungen besuchen. Es müssen aber wieder feste Gruppen gebildet werden.
  • Die Beschäftigten müssen im Gebäude eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. 
  • Es dürfen keine großen Teamsitzungen und keine übergreifenden Elternabende stattfinden. Erlaubt sind nur Elternabende und Team-Besprechungen innerhalb der jeweiligen Gruppe. 

7-Tage-Inzidenz überschritten

Der Landkreis Unterallgäu verzeichnete am Wochenende bezogen auf die vergangenen sieben Tage 38,9 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Damit überstieg der Wert den Frühwarnwert von 35. Jetzt hat das Gesundheitsamt Stufe 2 des Rahmenhygieneplans des Bayerischen Sozialministeriums angeordnet. Laut Behörde war das erforderlich, weil das Infektionsgeschehen im Landkreis nicht ausschließlich auf Reiserückkehrer zurückzuführen und auch eine Kindertagesstätte in Babenhausen betroffen sei. 

Alex Eder: "Wir gehen auf Nummer sicher"

„Wir gehen mit diesen Maßnahmen erstmal auf Nummer sicher“, sagt Landrat Alex Eder. „Wir werden jedoch in Abstimmung mit den vorgesetzten Behörden prüfen, ob der Frühwarnwert von 35 für unsere aktuelle Situation im Unterallgäu weiterhin zwingend gilt.“ Die gestiegene Zahl an Tests habe nach Angaben des Landratsamtes dazu geführt, dass mehr Corona-Fälle entdeckt werden als im Frühjahr, als der Wert festgelegt wurde. Darum sei fraglich, ob der Wert noch aussagekräftig sei.

Hygieneplan funktioniert wie Ampelsystem

Der Hygieneplan des Sozialministeriums umfasst drei Stufen, so wie bei einem Ampelsystem. Stufe zwei entspricht Warnstufe gelb. Die dritte (rote) Stufe kann das Gesundheitsamt verhängen, sobald der Schwellenwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner erreicht ist. 

Aktuell sind 46 Bürger mit dem Coronavirus infiziert. Schwere Verläufe sind laut Gesundheitsamt nicht darunter, teilt das Landratsamt Unterallgäu weiter mit. Insgesamt wurden seit Mitte März 399 Unterallgäuer positiv getestet. 16 von ihnen sind verstorben, 337 gelten als gesund. 

Todesfall in Senioreneinrichtung

In der vom Coronavirus betroffenen Senioreneinrichtung im westlichen Unterallgäu ist am Wochenende eine infizierte 90-jährige Bewohnerin gestorben. Das teilt das Landratsamt weiter mit.

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