Gelbes Band: Ernten erlaubt
Landkreis lädt zum Pflücken von Äpfeln und Birnen ein

Ein gelbes Band am Apfelbaum heißt: Hier ist ernten erlaubt! Der Unterallgäuer Kreisfachberater Markus Orf (links) hat bereits Bäume markiert. Dies können auch Bürger und Gemeinden tun. Landrat Alex Eder hofft, dass sich viele an der Aktion beteiligen.
  • Ein gelbes Band am Apfelbaum heißt: Hier ist ernten erlaubt! Der Unterallgäuer Kreisfachberater Markus Orf (links) hat bereits Bäume markiert. Dies können auch Bürger und Gemeinden tun. Landrat Alex Eder hofft, dass sich viele an der Aktion beteiligen.

  • Foto: Sylvia Rustler/Landratsamt Unterallgäu
  • hochgeladen von Eileen Schwaninger

Der eine jammert über zu viel Obst, das gepflückt und verarbeitet werden muss. Der andere hätte gerne Äpfel oder Birnen, besitzt aber keinen Baum. Wie bringt man beide zusammen? Die Lösung: Baumbesitzer markieren Bäume, die reife Früchte tragen, mit einem gelben Band und geben diese damit zum Abernten frei.

"Deutschland rettet Lebensmittel"

Auch der Landkreis Unterallgäu beteiligt sich im Rahmen der Aktionswoche "Deutschland rettet Lebensmittel" des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft vom 22. bis 29. September an der Aktion gelbes Band und ruft Bürger und Gemeinden zum Mitmachen auf. Wer sein Obst nicht benötigt oder seinen Eigenbedarf bereits gedeckt hat, kann seine Bäume mit einem gelben Band kennzeichnen. Dieses bedeutet: Hier ist ernten erlaubt.

"Ich hoffe, dass sich viele an der Aktion beteiligen", sagt Landrat Alex Eder. "Es wäre doch schade, wenn das Obst schlecht wird, während andere dafür Verwendung hätten." Außerdem sei es zum Beispiel für Familien ein tolles Erlebnis, gemeinsam Äpfel zu ernten und daraus Saft zu pressen oder Apfelmus zu kochen.

Die Idee, an der Aktion teilzunehmen, hatte Markus Orf, Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege am Landratsamt Unterallgäu. "Dieses Jahr gibt es richtig viel Obst", sagt Orf. "Viele wissen nicht, wohin damit." Prädestiniert für die Aktion seien Streuobstwiesen, die der Landkreis oder die Gemeinden als Ausgleichsflächen für Bauprojekte anlegen. Auf seinen Wiesen hat der Landkreis bereits Bäume markiert: Geerntet werden kann am großen Kreisverkehr beim Flughafen in Memmingerberg und an der östlichen Ortseinfahrt von Woringen von der Autobahn kommend.

Ein paar Dinge sollte man bei der Aktion beachten: Gepflückt werden darf laut Orf ausschließlich an gekennzeichneten Bäumen. Man sollte nur reife Äpfel und Birnen mitnehmen. "Obst ist reif, wenn die Früchte leicht abgehen und die Kerne braun sind", erklärt der Experte. Außerdem sollten die Äste beim Pflücken nicht abgebrochen werden. Markiert werden die Bäume mit einem gelben Band um den Stamm. Man könne zum Beispiel einfach ein dickeres gelbes Geschenkband verwenden, sagt Orf. Dieses sollte wetterfest sein und die Erntesaison überstehen. Die Aktionswoche vom 22. bis 29. September soll der Auftakt für die Markierung von Bäumen im Unterallgäu sein. "Natürlich dürfen Obstbäume mit reifen Früchten aber den ganzen Herbst über markiert und abgeerntet werden."

Jährlich landen sechs Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll

Mit der Aktionswoche "Deutschland rettet Lebensmittel" will das Ernährungsministerium für mehr Wertschätzung von Lebensmitteln werben. Nach einer Studie des Thünen-Instituts zu Lebensmittelabfällen in Deutschland im Jahr 2015 wirft jeder Deutsche pro Jahr 75 Kilogramm Lebensmittel weg. Allein in Privathaushalten landen jährlich sechs Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll. Ein Drittel davon ist Obst und Gemüse.

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