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Wie die Firmen und Branchen auf die Coronakrise reagieren: Obst- und Gemüsehandel

Tim Trautmann ist Inhaber der Firma "Früchte Frick" in Sonthofen.
  • Tim Trautmann ist Inhaber der Firma "Früchte Frick" in Sonthofen.
  • Foto: Benjamin Liss
  • hochgeladen von Julian Hartmann

Für Allgäuer Gastronomen und Hoteliers eine Katastrophe: Wegen des Coronavirus und der damit verbundenen Ausgangsbeschränkung in Bayern mussten alle Gastronomien schließen, touristische Übernachtungen in Hotels sind verboten.

"Das trifft uns natürlich massiv", meint Tim Trautmann, Inhaber der Firma "Früchte Frick" in Sonthofen im Interview mit all-in.de. "Wir sind ein Spezialist für die Hotellerie und Gastronomie." Durch die Beschränkungen brachen dem Unternehmen laut Trautmann etwa 90 Prozent des Umsatzes von heute auf morgen weg. Man sei aber so gut aufgestellt, dass man die Einbußen für eine gewisse Zeit gut kompensieren könne. "Das ist auch die Verantwortung eines gut geführten Unternehmens", so Trautmann. 

"Branche kennt sich mit Problemen aus"

Auch für Lieferanten, die Obst und Gemüse nach Europa bringen, sei die aktuelle Situation eine große Herausforderung. "Wir haben die Situation, dass zu dieser Jahreszeit noch ein relativ großer Anteil von Obst und Gemüse importiert werden muss", so Trautmann. Allerdings kenne sich die Branche mit Problemen aus. Es gebe immer wieder Verzögerungen mit Lieferungen, beispielsweise durch schwierige Straßenverhältnisse im Winter oder Streiks. Seiner Meinung nach ist die Obst- und Gemüsebranche sehr flexibel. "Ich bin davon überzeugt, dass der Endverbraucher es nicht spüren wird, dass es da zu großen Komplikationen kommt."

Zustellservice: Single- und Familienkiste

Die "extrem schnelle Entwicklung" der vergangenen Tage habe dazu geführt, dass die Firma einen "immensen Warenbestand" im Lager hatte, sagt Trautmann. Lange haltbar seien die Waren aber nicht. Daher suchte die Firma nach Möglichkeiten, ihre Waren trotz der Beschränkungen an die Leute zu bringen. 
 
Deshalb bietet "Früchte Frick" neben einem Privatverkauf jetzt auch einen Zustellservice an. Dieser sei vor allem für die Leute gedacht, die "nicht mehr so mobil sind", meint Trautmann. Jeden Tag stehen dem Kunden zwei Kisten zur Auswahl: Eine Single- und eine Familienkiste. Der Inhalt variiert von Woche zu Woche. "Wir wollen ein bisschen Abwechslung schaffen. Das es auch nicht zu langweilig und planbar wird", sagt Trautmann

Appell: Einzelhandel erhalten

Man müsse immer wieder darauf hinweisen, wie wichtig der regionale Einzelhandel ist, betont Trautmann. "Wir können wirklich stolz sein auf dass, was wir hier in der Region angeboten bekommen. Von Bäckern, von Metzgern, von den Sennereien, von den Dorfläden, vom Schlachthaus." Die Menschen in der Region hätten so viele Möglichkeiten "tolle Produkte" zu bekommen. Das sei nicht selbstverständlich und es gehe darum die Qualität weiter zu erhalten. Daher appelliert er: "Wir haben alle die Verantwortung und auch die Pflicht, das zu erhalten. Und ohne die Gemeinschaft und ohne die Solidarität wird es in dieser Phase nicht gelingen."

Wie Firmen und Branchen auf die Coronakrise reagieren: Metzgerei Lang in Sonthofen

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