Dem Himmel entgegen
Unterwegs mit einer Heißluftpilotin über dem Oberallgäu

Unterwegs mit Heißluftpilotin Elke Bauer über dem Oberallgäu.
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Sich in einer Männerdomäne zu beweisen, ist nicht einfach, doch die Allgäuerin Elke Bauer hat es geschafft. Die 59-jährige Sonhtoferin ist eine der wenigen Frauen, die einen Pilotenschein für einen Heißluftballon haben. "Mein Vater war schon immer Ballonfahrer mit Leib und Seele. Ich wollte eigentlich Segelfliegerin werden, aber das Heißluftballonfahren hat mich dann doch fasziniert und ich bin Pilotin geworden", erzählt sie. Seit 32 Jahren fährt die 59-Jährige bereits als Pilotin mit ihrem Heißluftballon über dem Allgäu. "Anfangs war ich eine der wenigen Frauen, die dieses Hobby ausübten, und die Männer sahen uns skeptisch, aber mittlerweile gibt es da keinen Unterschied mehr,“ so die Pilotin.

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"Ballon hat keine Grenze"

"Um zu starten und zu landen, brauchen wir unbedingt ruhiges Wetter, am besten auch schwachen Wind. Wir erreichen Geschwindigkeiten von rund 30 Km/h und können bis zu 3.000 Meter hoch fliegen. Der Ballon hat keine Grenze, sondern es kommt immer auf die Passagiere drauf an, denn die Grenze beim Ballonfahren ist der Sauerstoff, den wir zum Atmen brauchen“, so die Pilotin. Der Traum vieler, einmal mit einem Heißluftballon über seinem Wohnort zu schweben, ist für Elke Bauer in Erfüllung gegangen. Im Winter fliegt die Allgäuerin fast täglich mit ihrem Ballon über das Südliche Allgäu.

Sichtkontrolle vor dem Start

"Ich orientiere mich immer nach Wetterapps, aber auch nach Fahnen, damit ich weiß, wie der Wind weht. Wir können zwar grob ausrechnen, wo wir hin wollen, aber der Wind ist in jeder Höhe unterschiedlich", so Bauer. Damit es losgehen kann, muss jeder mit anpacken. Rund 460 Kilo wiegen die luftdichte Hülle des Heißluftballons und der Korb. Nachdem der Ballon am Korb befestigt wurde, wird die Hülle ausgerollt und mit einem Ventilator aufgeblasen. "Vor dem Start mache ich natürlich eine Sichtkontrolle, ob der Ballon irgendwelche Schäden oder Risse hat", so die Ballonpilotin. Erst dann beginnt sie, den Ballon mit heißer Luft zu befüllen. Über einen Brenner wird das Gas entzündet und es entsteht eine meterhohe Flamme, die man auch noch wenige Meter neben dem Brenner spürt.

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"Nichts wackelt, alles ist ruhig"

Nachdem die bis zu fünf Passagiere eingestiegen sind, geht es in Agathazell los. Wie eine Feder im Wind hebt sich der Ballon und steigt in die Höhe. "Man merkt es kaum, dass wir schon fliegen, es wackelt nichts und alles ist ruhig", sagt ein Ehepaar aus Norddeutschland beeindruckt. Schnell steigt der gelbe Ballon auf 1.460 Meter Höhe. Die Sonne strahlt, der Himmel ist wolkenlos und der Blick atemberaubend. "In luftiger Höhe ist es deutlich kälter als am Boden, doch die Sonne und auch die Hitze des Brenners wärmen für einen kurzen Moment", so die Pilotin.

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Die Ruhe und die Natur von oben

Ballonfahren: Ein Traum, den nicht nur viele Kinder haben, wenn sie zahlreiche Ballone am Himmel sehen. Immer wieder hört man Rufe und sieht winkende Menschen, die von oben kaum zu erkennen sind. "Ich liebe einfach diese Ruhe, die Natur von oben zu sehen und einfach nicht bestimmen zu können, wohin es geht und wo wir heute landen werden", erzählt Ballonfahrerin Elke, die seit 32 Jahren fliegt.

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Möglichst sanfte Landung

Doch der Vorrat an Propangas ist irgendwann aufgebraucht und der Heißluftballon setzt bei Wertach zur Landung an. Ein Zug an einer Leine und der Ballon geht schnell nach unten. Kurz vor dem Aufsetzten auf dem Boden heizt Elke Bauer nochmal die Brenner ein, um die Landung so sanft wie möglich zu gestalten.

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