Frust bei Einzelhändler
Tobias Hammer aus Sonthofen: "Es geht ums nackte Überleben"

Die neuen Corona-Maßnahmen und der harte Lockdown bringt unter anderem den Einzelhandel in eine schwere Situation.
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  • Die neuen Corona-Maßnahmen und der harte Lockdown bringt unter anderem den Einzelhandel in eine schwere Situation.
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Das Jahr 2020. Für alle ein Jahr der Veränderungen, doch gerade in diesem Jahr ist der Zusammenhalt umso wichtiger geworden. Viele Unternehmen und Firmen mussten seit Beginn der Corona-Pandemie lernen umzudenken. Einzelhändler, Selbstständige, Künstler und viele weitere werden tagtäglich mit den Corona-Maßnahmen auf die Probe gestellt. "Hier geht es ums nackte Überleben", sagt Tobias Hammer, Inhaber eines Sportgeschäfts in Sonthofen.

Auch ihn hat der erneute Lockdown hart getroffen. Beim ersten Lockdown im März 2020 hat er seinen Laden komplett schließen müssen. In diesem Zeitraum hat er versucht, seine Kunden über Teleshopping zu erreichen, zum Beispiel mit Videos auf facebook, instagram und anderen Social Media-Kanälen. Im Sommer hat Hammer dann mit den geforderten Richtlinien gearbeitet, wie zum Beispiel Maskenpflicht und nur eine bestimmte Anzahl an Menschen im Laden. 

Die neuen Corona-Maßnahmen und der harte Lockdown bringt unter anderem den Einzelhandel in eine schwere Situation.
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"Wir sind einfach platt"

Am Mittwoch, dem 16. Dezember kamen die neuen Maßnahmen nach dem Lockdown-light dazu. Bund und Länder hatten sich auf diese neuen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie verständigt. Seitdem gilt bundesweit ein harter Lockdown - zunächst bis 10. Januar 2021. Einzelhandelsgeschäfte sind geschlossen. Der neue Lockdown hat auch Tobias Hammer aus Sonthofen unvermittelt getroffen.

Davon, dass der Drive-In nicht mehr erlaubt ist, hat er selbst nur durch Zufall von einem Kollegen am Mittwochmorgen erfahren, erzählt er gegenüber all-in.de. "Wir sind einfach platt", sagt er frustriert. In einem Video erzählt Tobias Hammer, wie er die neuen Corona-Maßnahmen als Geschäftsinhaber erlebt. 

Bestellungen entgegennehmen ohne Kontakt

Für den Unternehmer ist das alles nicht verständlich. "Natürlich muss man die Infektionszahlen runter kriegen und das Coronavirus eindämmen", jedoch habe er kein Verständnis dafür, dass Einzelhändler, die zum Teil ein wirklich tolles Konzept vorlegen können, schließen müssen. Er selbst hatte an seinem Geschäft ein "Drive In"- Konzept erstellt, das jetzt nicht mehr erlaubt ist: 

  • Die Leute bestellten Online, per Facebook, per Telefon oder über sonstige Online Plattformen.
  • Die Ware wurde dann von den Mitarbeitern verpackt und durch ein Fenster nach draußen gebracht, wo es der Kunde später entgegennehmen konnte.
  • Gezahlt haben die Kunden hauptsächlich per PayPal oder mit einem besonders geschützten Lesegerät vor Ort.

"Bei dem ganzen Prozess gab es keinen persönlichen Kontakt zwischen Händler und Käufer", so Hammer. Aktuell fährt er selbst oder seine Mitarbeiter die Pakete in einem Umfeld von 40 Kilometern aus. Das sei zwar mehr Arbeit und mehr Aufwand, aber nur so ist es möglich. Nur so könne man auch den Kunden rechtzeitig das Weihnachtsgeschenk noch ausliefern und den Laden am Laufen halten. Dass dieses "Drive In"-Konzept jetzt nicht mehr möglich sein soll, ärgert ihn sehr.

Positive Aspekte durch den Lockdown

Trotz aller Rückschläge: Tobias Hammer sieht auch positive Aspekte in der Corona-Situation. "Der Zusammenhalt untereinander, egal ob Einzelhändler, Selbstständiger oder Künstler wird immer größer und das ermutigt", sagt Hammer. Seiner Meinung nach trifft die Corona-Pandemie über kurz oder lang jeden und er selbst merkt immer mehr, wie sich die Menschen gegenseitig helfen. Tobias Hammer versucht, weiterhin positiv zu bleiben.

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