Großübung
Technisches Hilfswerk in Sonthofer Kaserne im Einsatz

Bei einer Großübung halfen 45 Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks mit.
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  • Foto: Benjamin Liss
  • hochgeladen von Stephanie Eßer

Das Einsatzstichwort für rund 45 Kräfte des Technisches Hilfswerks (THW): Eine heftige Explosion an einem Tank in einem chemischen Betrieb, mehrere Personen werden vermisst. Da es sich um einen Chemiebetrieb handelt, alarmierte die Leitstelle die CBRN(Chemisch-Biologisch-Radioatkiv-Nuklear)-einheit des THW Sonthofen. Nach dem Eintreffen der ersten Kräfte war sofort klar, es besteht große Gefahr.
Es war jedoch unklar, ob chemische Stoffe austreten, die lebensgefährlich sein könnten. Daher mussten die Einsatzkräfte spezielle Schutzanzüge anlegen, so Übungsleiter Markus Mayer. Das war das Szenario für die Großübung des THW Sonthofen.

Die Schutzanzüge werden nach dem Anziehen verklebt, damit kein giftiger Stoff den Körper erreicht. Geatmet wird mit schweren Atemschutzgeräten oder durch spezielle Filter. Während sich die ersten Kräfte für den Einsatz fertig machen, beginnt ein anderer Trupp, eine sogenannte ,,Dekontaminationsschleuse'' aufzubauen. Damit die giftigen Stoffe nicht weiter verbreitet werden, werden die Einsatzkräfte in ihren Schutzanzügen nach dem Verlassen der Schadenstelle mit Wasser und speziellen Reinigungsmitteln dekontaminiert und die Anzüge in großen Säcken gesammelt, die dann im realen Fall durch eine Spezialfirma entsorgt werden müssen.

Nachdem sich der erste Trupp ausgerüstet hatte, ging es für ihn ins sogenannte ,,Trümmerfeld'' in die Jägerkaserne in Sonthofen. Unter Beobachtung von Ausbildern der Bundeswehr führte der Erkundungstrupp Messungen durch und verschaffte sich einen Überblick über die Lage. Dabei bemerkten die Kräfte einen auslaufenden Tank und mehrere Verletzte.

Nachdem feststand, um was für einen Stoff es sich hierbei handelt (Salzsäure - dargestellt durch Wasser), wurde zum sofortigen Rückzug des Erkundungstrupps gerufen, um das weitere Vorgehen mit der Einsatzleitung zu besprechen. Nach kurzer Besprechung mit der Einsatzleitung wurden weitere Kräfte aus verschiedenen Ortsverbänden des THW aus ganz Bayern nachalarmiert, die kurze Zeit später an der Einsatzstelle eintrafen. Um sicherzugehen, um welchen Stoff es sich wirklich handelt, wurden weitere Trupps mit speziellen Messgeräten zum Tank geschickt. Auch dort ergaben die Messungen, dass es sich um hochätzende Salzsäure handelt.

Die Kräfte verschlossen den auslaufenden Tank, ehe sie die Verletzten bargen. Die Verletzten wurden in der Großübung durch Puppen dargestellt. Mittels Hebekissen wurde eine Person unter einer Steinplatte geborgen, eine weitere befand sich verschüttet in einem Tunnel. Dieser musste erst durch einen Brennschneider von einem Metallgitter befreit werden, anschließend konnte auch dort die verletzte Person geborgen werden.

"Wir kommen dann zum Einsatz, wenn z.B. ein Chemielaster verunfallt, es zu einem Unfall in einem Chemiebetrieb kommt, aber auch bei sogenannten 'schmutzigen Bomben' werden wir gerufen", so Zugführer Alexander Gringel. "Wichtig bei solchen Einsätzen ist der Schutz unserer Leute und die anschließende Dekontamination der eingesetzten Mittel, damit kein Gefahrstoff nach außen gelangt", so der langjährige Zugführer des THW Sonthofen. Um im Ernstfall gut darauf vorbereitet zu sein, haben die 45 Helfer aus verschiedenen Ortsverbänden aus ganz Bayern das Vorgehen an insgesamt 2 Wochenenden geübt und am Sonntag dann ihr Können bei der Abschlussübung unter Beweis gestellt.

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