Special Wirtschaft im Allgäu SPECIAL

Coronakrise
"Outlets brauchen Touristen!" – Allgäu Outlet in Sonthofen muss Kunden wegschicken

Marc Wenz in seinem menschenleeren Outlet in Sonthofen
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  • Marc Wenz in seinem menschenleeren Outlet in Sonthofen
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Das Outlet ist menschenleer, einzig ein paar Mitarbeiter sind zu sehen. Angestellte räumen Schuhe und Kleidung von Regal zu Regal, damit sie beschäftigt sind. "Wir lieben die Arbeit am Kunden, aber momentan haben wir einfach nichts zu tun. Wir wollen uns einfach beschäftigen", so eine Mitarbeiterin des Allgäu Outlets in Sonthofen. 

Nur Angestellte zu sehen 

Seit mehreren Jahren betreibt der 53-jährige Unternehmer Marc Wenz aus Sonthofen das Allgäu Outlet in Sonthofen. Die Corona-Krise: für Wenz eine sehr schwierige und frustrierende Zeit. "Wir haben auf und dann wieder zu. Es ist jedes mal eine Herausforderung, das Personal zu steuern und anzupassen. Entweder wir machen jetzt dann bald ganz auf oder wir lassen es," so der Unternehmer. Er betreibt zwei große Outlets im Allgäu. Doch aktuell ist nur eins davon geöffnet. Noch vor zwei Wochen durfte Wenz seine Schuhabteilung mit rund 200 Quadratmetern öffnen. Damals brauchte man keinen negativen PCR- oder Schnelltest.

Nur mit negativem Test

Heute darf Wenz sein ganzes Outlet öffnen. Allerdings darf man nur mit negativem Coronatest rein. "Wir müssen viele Kunden wieder heimschicken, weil sie keinen Test haben. Wir könnten zwar unsere Mitarbeiter schulen, dass sie einen Test vor der Türe beim Kunden machen, aber ich denke, das ist die Aufgabe unserer Regierung", sagt Wenz. "Ich war letzte Woche nur kurz an der Kasse und ich musste fast zehn Leute wieder heimschicken. Die Leute sehen, dass wir offen haben, aber wir dürfen sie nicht reinlassen," so der Unternehmer. Jede Woche gibt es andere Regeln, meint der 53-Jährige. Klar ist: Ohne Test kommt man nicht rein. 

Mitarbeiter weiterhin beschäftigen

Doch Wenz versucht, seine Mitarbeiter alle trotz Lockdown weiter zu beschäftigen. Alleinerziehende Mütter bezahlt der 53-Jährige weiterhin zu 100 Prozent und lässt sie aus sozialen Gründen aber daheim. Wie es in Zukunft weitergeht, weiß aber auch er nicht. "Ich glaube, dass der textile Einzelhandel keine große Gefahr ist. Im Supermarkt sind Menschenmassen auf einer kleinen Fläche, Verkäuferinnen hinter der Kasse haben ihre Masken nur halb auf. Aber dafür braucht man keinen Test. Ich verstehe das alles langsam nicht mehr," so Wenz.

Öffnet die Hotels

Doch selbst wenn man einen Test hat, fehlen die Kunden. Die Allgäuer Outlets sind zu einem Großteil auf Urlauber und Touristen angewiesen. So auch die Outlets von Marc Wenz. "Wenn die Hotels geschlossen haben, ist hier nichts los. Wir brauchen offene Hotels, damit bei uns etwas vorangeht. Solange sie geschlossen sind, wird niemand kommen," erklärt der 53-Jährige.

Hygienekonzept steht schon lange

Bereits letztes Jahr wurde auch ein Hygienekonzept für das Outlet in Sonthofen aufgestellt. Mit Desinfektionsspendern und einer Limitierung auf gerade einmal 200 Kunden sollte eine Ansteckung mit dem Virus vermieden werden. Wann und ob dieses Konzept auch die nächsten Monate wieder umgesetzt werden kann oder ob man noch längere Zeit einen Schnell- oder PCR-Test braucht, ist noch unklar.

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