Aufruf zur Corona-Impfung
Gesundheitsamt Oberallgäu schlägt Alarm: "Vierte Welle ist die der Ungeimpften!"

Corona-Impfstoff (Symbolbild)
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Die Infektionszahlen steigen auch im Allgäu. In den Landkreisen Oberallgäu und Ostallgäu liegen die Inzidenzwerte jeweils über 350. Alarmierende Zahlen, auf die das Gesundheitsamt des Landkreises Oberallgäu jetzt mit einem Appell an die Bevölkerung reagiert, sich impfen zu lassen. "Wir werden absehbar alle persönlich mit dem Virus konfrontiert sein, der unbedingt sinnvollere Weg ist aber der als Geimpfter", so Dr. Ludwig Walters, Leiter des Oberallgäuer Gesundheitsamtes, in einer Pressemitteilung. Die Gesellschaft werde mit dem Virus leben lernen müssen: "Die vierte Welle ist die der Ungeimpften, letztlich sind wir aber alle betroffen."

Kinder und Jugendliche besonders betroffen

Besorgt zeigt sich Walters besonders darüber, wie schnell die Infektionszahlen momentan ansteigen. "Im Landkreis Oberallgäu und der Stadt Kempten erleben wir seit etwa zehn Tagen eine abrupte und sehr heftige Zunahme der Fallzahlen, die wohl fortschreiten wird", so Walters. Ein großer Teil der Infektionen tritt demnach bei Kindern und Jugendlichen auf. Im Oberallgäu sind rund 40 Kitas und Schulen betroffen, einige gleich mit mehreren Klassen. Dazu kommen laut Gesundheitsamt Infektionsketten aus beruflichen und mehr noch privaten Treffen, fröhliche Feste wie Geburtstage und Hochzeiten bringen im Nachgang gehäufte Covid-Fälle. Auch das Landratsamt Ostallgäu sieht eine merklich erhöhte Infektionsrate bei jungen Menschen.

Auch Geimpfte sind infiziert - aber besser geschützt

Die Impfung schützt bekanntermaßen nicht zu 100 Prozent vor einer Infektion. Etwa ein Drittel der aktuellen Fälle ist demnach geimpft. Allerdings sei "diese Gruppe sowohl persönlich besser geschützt ist und so gut wie keine schwerwiegenden Verläufe hat, als auch in deutlich geringerem Ausmaß Viren weiter verbreitet", so Walters weiter.

Kontaktpersonen-Ermittlung: Bürgerinnen und Bürger sollen mitwirken

Aufgrund dieser Entwicklungen und hunderter neuer Kontaktfälle pro Tag sei es auch bei sehr hohem Personaleinsatz für das Gesundheitsamt kaum mehr möglich, die Kontaktpersonen Kontakte zu ermitteln und möglichst schnell enge Kontakte zu isolieren. Daher sollen alle Bürgerinnen und Bürger mitzuwirken. "Das Gesundheitsamt ruft daher dazu auf, dass die bekannt gewordenen positiv getesteten Personen (mittels PCR bestätigt), umgehend selbst ihre engen Kontaktpersonen informieren", so Walters.

So definiert das Robert-Koch-Institut (RKI) die "enge Kontaktperson mit erhöhtem Infektionsrisiko":

  • Aufenthalt im Nahfeld des Falls (<1,5 m) länger als 10 Minuten ohne adäquaten Schutz (adäquater Schutz = Fall und Kontaktperson tragen durchgehend und korrekt Mund-Nasen-Schutz oder FFP2-Maske).
  • Gespräch mit dem Fall (Face-to-face-Kontakt, <1,5 m, unabhängig von der Gesprächsdauer) ohne adäquaten Schutz oder direkter Kontakt (mit respiratorischem Sekret, also aus den Atemwegen).
  • Aufenthalt von Kontaktperson (und Fall) im selben Raum mit wahrscheinlich hoher Konzentration infektiöser Aerosole unabhängig vom Abstand für länger als 10 Minuten, auch wenn durchgehend und korrekt MNS (Mund-Nasen-Schutz) oder FFP2-Maske getragen wurde.

Gesundheitsminister wirbt für Auffrischungsimpfungen

Unterdessen wirbt der Bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek dafür, dass insbesondere ältere Menschen in in Pflegeeinrichtungen eine Auffrischungsimpfung erhalten. In einer Pressemitteilung heißt es: "Es ist wichtig, dass insbesondere ältere Menschen vor sogenannten Impfdurchbrüchen geschützt werden – also vor Infektionen, die auch nach vollständigen Impfungen auftreten können. Durch Auffrischungsimpfungen wird der Impfschutz entscheidend verstärkt."

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