Coronavirus
Gastronom und Apotheker in Sonthofen mischen 128 Liter Desinfektionsmittel

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Was bereits seit einigen Tagen Mangelware ist, wird nun aus einem Lagervorrat hergestellt. "Desinfektionsmittel ist bei uns schnell ausverkauft gewesen", so Dr. Hans-Peter Keiß aus Sonthofen. Er betreibt zwei Apotheken in der Oberallgäuer Kreisstadt. Bei einem Treffen mit seinem Nachbarn Uli Brandl kamen die beiden darauf, dass der Bio-Ethanol-Vorrat, der ursprünglich für einen Deko-Heizofen angeschafft wurde, der perfekte Grundstoff für alternatives Handdesinfektionsmittel ist.

"Für mich war sofort klar, dass ich helfen will! Zusammen mit meinen Mitarbeiter haben wir unseren Vorrat, rund 100 Liter Bio-Ethanol, aus dem Keller geholt", so der Gastronom Uli Brandl, der in Sonthofen ein Restaurant betreibt. "Die Herstellung ist sehr einfach", erklärt der 47-jährige Apotheker. Man dafür nur einen entsprechenden Alkohol und Wasser, sowie Glycerin, um die Haut zu schützen. "Das alles wird in einem großen Gefäß vermischt, geschüttelt und anschließend in eine Flasche abgefüllt", so der Apotheker weiter. Uli Brandl und Hans-Peter Keiß haben sich entschlossen, das Mittel für die Einheimischen zum Sonderpreis anzubieten und damit den lokalen Markt eine zusätzliche Zeit zu versorgen. Aus den 100 Litern Bio-Ethanol können etwa 1.600 haushaltsübliche Fläschchen zu je 80 Milliliter produziert werden.

Damit jeder Kunde etwas abbekommt, erfolgt die Abgabe in haushaltsüblichen Mengen. Um Viren abzutöten, sollte der Alkoholgehalt mindestens 70% betragen. "Unser Desinfektionsmittel hat nach der Fertigstellung dann rund 80%", so der Apotheker.

Aber nicht nur Desinfektionsmittel ist Mangelware. Auch der Mundschutz ist seit Tagen im gesamten Allgäu vergriffen. Laut Keiß haben sich zwei Geschäfte in Sonthofen bereiterklärt, einen stylischen Mundschutz aus Baumwolle zu nähen. Dieser ist dann Waschbar und kann so mehrmals getragen werden. "Wir werden die Flaschen für vier Euro in der Adlerapotheke in Sonthofen verkaufen. Wir wollen damit keinen Gewinn machen, das Geld spenden wir dann." 

"Es geht einfach darum, dass wir in Notzeiten wie jetzt zusammenhalten und so die Versorgung vor Ort aufrechterhalten", so der 46-jährige Uli Brandl. Trotz vieler Lieferengpässe ist Apotheker Hans-Peter Keiß zuversichtlich.

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