Anke Wilhelm: "Ich bin frustriert und wütend!"
Ehefrau von Sonthofens Bürgermeister Wilhelm auf Telegram aktiv: Was sagt er dazu?

Christian Wilhelm (Freie Wähler), 1. Bürgermeister von Sonthofen (Archivbild)
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  • Foto: Michael Amman
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"Ich bin frustriert und wütend", schreibt Anke Wilhelm, Ehefrau des Sonthofer Bürgermeisters Christian Wilhelm (Freie Wähler), in einer öffentlichen Telegram-Gruppe. Es geht dabei um die Corona-Politik.

Unterschiedliche Haltungen bei gewissen Themen

"Was seine Einstellung angeht, ist er nicht so extrem wie ich", schreibt sie. Auf Anfrage von all-in.de sagt Christian Wilhelm: "Ich bin sowohl in Kontaktbeschränkungen in der jetzigen Infektionslage (2G) mit vielen Entscheidungen der Regierung konform, während meine Frau die Testungen für Ungeeimpfte auch als probates und zielführendes Mittel sieht." Er halte es aber für einen Fehler, dass die Regierung die kostenlosen Testungen im Oktober ausgesetzt hat.

Auch bezüglich der Impfungen hätten Christian und Anke Wilhelm unterschiedliche Haltungen. Dem Bürgermeister "würde die Datenlage bisher reichen, um den Empfehlungen der StIKo zu folgen". Das sei bei seiner Frau anders, "sie würde gerne längerfristige Analysen zu den Impfstoffen mindestens über 5 Jahre haben wollen."

Christian Wilhelm ist ein "absoluter Impfpflichtgegner"

Trotzdem sei Christian Wilhelm ein "absoluter Impfpflicht-Gegner". "Aus meiner Sicht hätte in der Vergangenheit zusätzlich das Ziel sein müssen, Totimpfstoffe und wirksame Medikamente zuzulassen, kostenfreie Testungen durchgängig anzubieten, Antikörpertest vor weiteren Impfempfehlungen gerade bei Genesenen voranzubringen", so der Bürgermeister. Gerade bei den Booster-Impfungen, die bislang nach 5-6 Monaten empfohlen werden, verspüre er bei den Menschen nicht immer die Bereitschaft, dies auf Jahre mitzugehen. "Wir müssen aus meiner Sicht viel breiter denken, was auch schon in der Vergangenheit mit mehr Nachdruck hätte erfolgen müssen", führt er aus. Er sehe auch kurzfristig die Impfung nicht als einziges Mittel, "zumal man sich in der Effizienz der Impfstoffe in der Vergangenheit doch mehr erhofft hat".

Vom Kurswechsel seiner Partei, die mittlerweile auf eine Impfpflicht drängt, habe der Bürgermeister laut seiner Ehefrau "null Komma null" gewusst. Er sei davon "bestürzt" gewesen. Das bestätigt er gegenüber all-in.de zwar nicht direkt, sagt aber, dass er auf Schwaben- und Landesebene in Gesprächen mit Vorständen und Landesabgeordneten den Kurswechsel vom August bemängelt habe. Dafür habe er aus seiner Sicht bei den Abgeordneten in Teilen auch Verständnis für die Umsetzung weiterer Maßnahmen neben der Impfung erhalten.

Anke Wilhelm war bei Aktion in Sonthofen

Wie der Bürgermeister bestätigt, war seine Ehefrau "als Besucher der Aktion, die dem Miteinander in der Pandemie dienen sollte, beteiligt". Sie habe die Aktion nicht organisiert, die Informationen dazu aber weitergegeben. Sie selbst schreibt auf Telegram lediglich, dass sie im Nachhinein beim Aufräumen geholfen habe. "Auch war wohl nur die Rede davon, dort ein Licht abzustellen, ohne länger zu verweilen. Ich bin überzeugt davon, dass den Umfang der Aktion und die Teilnehmer niemand so hoch eingeschätzt hat", gesteht der Bürgermeister. "Wir beide haben aber auch die klare Haltung, dass AHA-Regeln einzuhalten sind", verdeutlicht er.

Aktivität seiner Frau auf Telegram "nichts Verwerfliches"

Doch wie steht Christian Wilhelm dazu, dass seine Ehefrau sich auf Telegram zu diesen Themen äußert? "Meine Frau Anke ist verbindend, selbstbestimmt und aktiv, das würde ich mir von jedem Menschen wünschen", so der Bürgermeister. Er finde daran überhaupt nicht Verwerfliches. "Dennoch diskutieren auch wir in unserer Familie sehr viel über das Thema, finden jedoch immer am Abend wieder zusammen", erklärt Christian Wilhelm.

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