"Zu große Eingriffe in die Natur!"
DAV kritisiert Ausbaupläne am Grünten

Wie geht es weiter am Grünten? Der Deutsche Alpenverein hat sich jetzt in die Diskussion eingeschaltet und kritisiert die derzeitigen Pläne.
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Der Streit um die "Grünten Bergwelt" geht in die nächste Runde. Jetzt schaltet sich der Deutsche Alpenverein (DAV) ein und kritisiert die aktuellen Ausbaupläne der Familie Hagenauer.

Das sind die Hauptkritikpunkte des DAV

Die Hauptkritikpunkte des DAV: "Neubauten im Landschaftsschutzgebiet, ein mangelhaftes Mobilitätskonzept sowie die geplante Beschneiungsanlage", wie es in einer Pressemitteilung heißt. Der DAV lehne das Projekt am Grünten allerdings nicht grundsätzlich ab, sondern fordere einige Anpassungen.

DAV sieht die Natur in Gefahr

"Grundsätzlich ist gegen eine Förderung des Tourismus nichts einzuwenden", so Steffen Reich, Leiter des Ressorts Naturschutz und Kartografie beim DAV. Allerdings seien "mit den vorliegenden Ausbauplänen der Unternehmerfamilie Hagenauer noch zu große Eingriffe in Natur und Landschaft verbunden". Es sei schwer nachvollziehbar, warum die Planungen nicht die bereits bebauten Flächen nutzen. Für die Gondel soll eine neue Trasse angelegt werden, der Parkplatz, ein Parkhaus und die Talstation der Bahn sind an einem neuen Standort geplant. "Das bedeutet unnötige Rodungen und Flächenversiegelungen – und das in einem Landschaftsschutzgebiet"", so Reich.

"Besucherströme brauchen ein Lenkungs- und Mobilitätskonzept"

Der DAV rechnet damit, dass mit einem Seilbahn-Sommerbetrieb noch mehr Menschen in der Gipfelregion des Grüntens unterwegs sein werden. Aus Sicht des DAV fehlt dafür bisher ein umfassendes Konzept zur Besucherlenkung, sowohl für den Sommer- als auch für den Wintersportbetrieb. "Schon heute besteht großer Handlungsbedarf, die Wanderwege zu sanieren und Erholungsuchende naturverträglich zu lenken", heißt es. "Wir sind außerdem überzeugt, dass immer mehr Parkplätze nicht die Lösung sind. In Zeiten des Klimawandels brauchen wir Optionen für eine klimafreundliche Anreise", so Steffen Reich. Er fordert eine bessere Anbindung an den ÖPNV, beispielsweise durch Shuttle-Dienste vom Bahnhof Immenstadt. Darüber hinaus wünscht sich der Deutsche Alpenverein die Förderung von Sharing-Angeboten vor Ort. So könne man auch die erwartete Verkehrsbelastung in den umliegenden Orten reduzieren.

"Technische Beschneiung in niedrigen Lagen nicht zukunftsfähig"

Streitpunkt Klimawandel: Eine geplante künstliche Beschneiung am Grünten "ist dort weder ökologisch noch ökonomisch vertretbar", ist Reich überzeugt. Durch seine Lage sei der Grünten milden Westwinden besonders ausgesetzt, Wärmeeinbrüche im Winter seien schon jetzt keine Seltenheit mehr. "Der voranschreitende Klimawandel wird dieses Phänomen weiter verstärken. Hinzu kommt die vergleichsweise niedrige Lage des Skigebiets am 1738 Meter hohen Grünten."

DAV klar gegen "Erlebnis-Installationen"

Die einst geplante "Walderlebnisbahn" ist zwar vom Tisch. Der DAV befürchtet dennoch, dass zukünftig erlebnisorientierte Einrichtungen am Grünten gebaut werden könnten. "Deshalb sprechen wir uns klar gegen eine Eventisierung der Berge aus und fordern, dass solche Angebote vertraglich ausgeschlossen werden", so Steffen Reich.

Zuletzt hatte sich im Streit um die Ausbaupläne am Grünten die Oberallgäuer Landrätin Indra Baier-Müller gegen immer wieder geäußerte Kritik an ihrer Person gewehrt.

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