Leere Wahlversprechen?
Bügerinitiative "Rettet den Grünten" greift Freie Wähler an

Der Grünten und das damit verbundene Burgberger Hörnle auf 1497 Metern, sind im Sommer, aber auch im Winter, Anziehungspunkt für viele Einheimische und Urlauber.
  • Der Grünten und das damit verbundene Burgberger Hörnle auf 1497 Metern, sind im Sommer, aber auch im Winter, Anziehungspunkt für viele Einheimische und Urlauber.
  • Foto: Benjamin Liss
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Im Rahmen des Bundestagswahlkampfes hat die Bügerinitiative "Rettet den Grünten" die Freien Wähler scharf kritisiert. In einer Pressemitteilung greift die Initiative die Partei im Bezug auf das geplante Bauprojekt am Grünten an. "Unser Appell an die politischen Vertreter des Landkreises Oberallgäu kann nur lauten, dass das eingangs erwähnte Wahlversprechen kein weiteres Mal eine der leider bereits bekannten hohlen Worthülsen bleibt", so die Initiative.

Wahlversprechen = leere Worthülsen?

Bei der Landratswahl im vergangenen Jahr hätten alle Politikerinnen und Politiker noch behauptet, im Allgäu gebe es in Bezug auf Seilbahnprojekte keinerlei Neuerschließungen mehr. "Sollte dieses Wahlversprechen wieder einmal bloß eine leere Worthülse darstellen?", fragt sich die Bürgerinitative jetzt. Einige Monate nach der für die Freien Wählen erfolgreichen Wahl (Indra Baier-Müller von den Freien Wählern ist seitdem Landrätin im Oberallgäu) liegt dem Landratsamt Oberallgäu ein Planungskonzept der Investorenfamilie Hagenauer vor, dessen mögliche Realisierung "exakt dem obengenannten Wahlversprechen widerspricht", so die Bürgerinitiative. Beim Bau einer 10er-Kabinensesselbahn handelt es sich nach Auffassung der Bürgerinitiative um eine komplette (seilbahntechnische) Neuerschließung eines Berges, für deren neu zu errichtende Trasse Berg- und Schutzwald gerodet werden müssten.

Das sagt die Landrätin dazu

Landrätin Indra Baier-Müller widerspricht. Gegenüber all-in.de teilt sie mit: "Richtig ist, dass die eingereichten Planunterlagen den Bau einer 10er Kabinenbahn vorsehen – allerdings als Ersatz für bereits bestehende Sessel- und Schlepplifte. Insofern ist die Bahn gerade nicht als Neuerschließung zu sehen." Ob ein Seilbahnvorhaben genehmigt werden könne, hänge davon ab, ob es die rechtlichen Anforderungen erfüllt, so die Landrätin weiter. Anspruch auf Genehmigung bestünde, wenn die rechtlichen Voraussetzungen erfüllt seien: "Wie Ihnen ja bereits bekannt ist, wurden die Antragsunterlagen inzwischen öffentlich ausgelegt und gleichzeitig die Beteiligung von Fachstellen gestartet. Erst wenn das Verfahren durchgeführt und die entsprechenden Fachstellungnahmen eingeholt wurden, ist eine Entscheidung über die Genehmigung des Vorhabens möglich."

Grünten BergWelt auf Tagestouristen ausgelegt

Desweiteren kritisiert die Initiative auch die Ausrichtung des Projekts auf den Tagestourismus. "Der Forderung der Allgäu GmbH nach einer Stärkung des Qualitätstourismus wird insofern in keinster Weise gerecht, da durch die Grünten BergWelt und deren touristische Angebote schlussendlich der Fokus auf eine voraussichtlich recht kurze Aufenthaltsdauer der Besucher gelegt wird", so die Initiative.

"Rettet den Grünten": Steuergelder besser investieren

Das alles zeige in aller Deutlichkeit, dass die Gelder der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler besser an anderer Stelle investiert wären als in Schneekanonen, Gondelbahn, (Zu)Betonierungs- und Baumfällarbeiten. Die Bürgerinitiative verdeutlicht: "Unserer Meinung nach ignoriert das Bauprojekt somit die Realität und verstößt gegen jeglichen gesunden Menschenverstand beziehungsweise klimaschutzrechtliche Wirklichkeiten."

Unterlagen für Bauvorhaben am Grünten liegen jetzt öffentlich aus

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