Unglück
Vater und Tochter nach Hausexplosion in Rettenbach am Auerberg tot aufgefunden: Beide waren sofort tot

In Rettenbach am Auerberg ist am Sonntagvormittag ein Haus explodiert.
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  • In Rettenbach am Auerberg ist am Sonntagvormittag ein Haus explodiert.
  • Foto: Camilla Schulz
  • hochgeladen von Pia Jakob

Ein Mehrfamilienhaus ist am Sonntagvormittag in Rettenbach am Auerberg nach einer Explosion eingestürzt. Ein Familienvater und seine Tochter kamen ums Leben, die Mutter und zwei weitere Personen wurden verletzt.

Zahlreiche Einsatzkräfte waren vor Ort:

Spendenaufruf des Landkreises Ostallgäu

Um der Familie und den von Schäden an ihrem Eigentum betroffenen Anwohnern finanziell zu helfen, hat der Landkreis Ostallgäu zu einer Spendensammlung aufgerufen. Landrätin Maria Rita Zinnecker erklärt: „Wir werden unbürokratisch und schnell das Geld zukommen lassen.“

Explosionsursache noch nicht vollständig geklärt: Flüssiggasleitung auf dem Grundstück beschädigt

Wie es zur Explosion kam, die den Einsturz verursacht hat, ist noch nicht vollständig geklärt. Der Fokus der Beamten richtet sich aber auf die Flüssiggasleitung, die sich auf dem Grundstück des zerstörten Gebäudes befindet. Diese Leitung war offenbar beschädigt, sodass Gas ausgetreten ist. Ersten Informationen der Polizei nach, ging die Druckwelle der Explosion wohl nur in eine Richtung, nämlich hangabwärts in Richtung Westen. Ein auf dieser Seite des Hauses stehendes Gebäude wurde stark beschädigt und ist unbewohnbar, die Häuser zu den anderen Seiten wurden nur leicht beschädigt.

Das Auto der Familie soll durch die Explosion aus der Garage geschleudert und auf der Straße zum Stehen gekommen sein.

Das Gelände wurde von der Polizei abgesperrt, die Kriminalpolizei ermittelt am Unglücksort. Unterstützt wird sie dabei von einem Beamten des Landeskriminalamtes.

Vater und Tochter tot aus Trümmern geborgen

Der 42-jährige Familienvater wurde in der Nacht zum Montag tot in den Trümmerteilen aufgefunden. Gegen 7:15 Uhr am Montagmorgen wurde dann auch die Leiche der siebenjährigen Tochter geborgen, wie der Sprecher des Bayerischen Roten Kreuzes auf Twitter mitteilte:

Vater und Tochter seien nach Angaben des leitenden Notarztes, Dr. Philipp Zimmermann, aufgrund der schweren Verletzungen sofort tot gewesen. 

Mutter erleidet schwerste Brandverletzungen

Die 39-jährige Mutter konnte am Sonntagnachmittag schwerverletzt aus dem Keller geborgen werden. Die Frau hatte sich durch Hilferufe bemerkbar gemacht. Sie erlitt schwerste Brandverletzungen und musste mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus gebracht werden. Die Frau schwebt nach Angaben der Polizei in Lebensgefahr. 

Zwei weitere Personen wurden am Sonntagmittag verletzt vor dem Haus gefunden, eine Person davon wurde mittelschwer verletzt, die andere leicht. Beide wurden in Krankenhäuser gebracht.

Wetter erschwert Situation

Das Wetter könnte den weiteren Einsatz erschweren. Regen und Gewitter machen die Arbeit für die Einsatzkräfte nicht leichter. Der Deutsche Wetterdienst hat für das gesamte Allgäu für Montag eine Warnung vor extremem Unwetter herausgegeben. Dabei kann es zu extrem ergiebigem Dauerregen kommen. Laut Deutschem Wetterdienst sind so Überflutungen von Straßen und Erdrutsche möglich.

Einsatzkräfte suchten die Nacht hindurch weiter nach den Vermissten

Auf der Suche nach den Vermissten trugen die Rettungskräfte den ganzen Sonntag über Trümmerteile ab, um an das Kind und dessen Vater heranzukommen. Mit Hilfe von mehr als zehn Spürhunden wurde nach den beiden Vermissten gesucht.

Einsatzkräfte hatten die obere Decke auf der unteren abgestützt. Danach musste von Hand weitergegraben werden:

Zwei Kinder der Familie und eine weitere Hausbewohnerin in Sicherheit

Zunächst ging die Polizei von zwei verschütteten Kindern aus. Das stellte sich aber als Irrtum heraus. Von drei Kindern, die im Haus lebten, wurden zwei von der Polizei im Ort beim Spielen gefunden. Die beiden Kinder werden psychologisch betreut.

Insgesamt sind an der Adresse des eingestürzten Gebäudes sechs Personen gemeldet. Wie ein Sprecher der Polizei mitteilt, hat sich eine Frau, die in einer Einliegerwohnung des Hauses lebte, direkt nach dem Unglück als wohlauf gemeldet.

Polizeisprecher Edmund Martin am Sonntagnachmittag zur Situation vor Ort

Große Anteilnahme: Ort und Einsatzkräfte helfen zusammen

Wie Polizeisprecher Edmund Martin mitteilt, hält die Ostallgäuer Gemeinde in dieser schwierigen Situation zusammen. Die Nachbarn unterstützen sich gegenseitig. Der Dorfladen vor Ort hatte am Sonntag geöffnet und die Einsatzkräfte mit Essen und Getränken versorgt.

Ehrenamtliche Helfer unterstützten die Einsatzkräfte der Polizei und des Rettungsdienstes. Etwa 350 Einsatzkräfte befanden sich am Sonntag vor Ort. Die Freiwilligen Feuerwehren des Landkreises Ostallgäu, die Bergwacht, das Technische Hilfswerk, Rettungs- und Hilfskräfte sowie eine Vielzahl von Polizeikräften waren an der Bergung beteiligt.

Auch der erste Bürgermeister von Rettenbach am Auerberg, Reiner Friedl, war am Unglücksort und zeigt seine Anteilnahme. Friedl ist vor allem vom Zusammenhalt der Dorfbewohner ergriffen. Alle helfen in dieser schlimmen Lage zusammen, bringen Essen und bieten den derzeit Obdachlosen Wohnungen an, erzählt Friedl.

Anteilnahme des Bürgermeisters und aktueller Stand der Lage am Sonntagabend, 22:20 Uhr

Autor:

Redaktion all-in.de aus Kempten

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