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Betrügerischer Microsoftmitarbeiter ruft an
Unbekannter erbeutet vierstellige Summe in Pfronten

Ein Mann hat am Telefon eine Frau aus Pfronten betrogen (Symbolbild).
  • Ein Mann hat am Telefon eine Frau aus Pfronten betrogen (Symbolbild).
  • Foto: Anja Lachenmayer
  • hochgeladen von Lisa Hauger

Bereits am Montag kam ein unbekannter Telefonbetrüger in Pfronten zum Erfolg und erbeutete bei einer Frau eine vierstellige Summe. Der Mann verschaffte sich Zugriff auf den Computer der Frau und überwies Geld ins Ausland.

Mann gibt sich als Microsoft-Arbeiter aus

Der unbekannte Mann sprach nur Englisch und gab sich als Mitarbeiter von Microsoft aus. Er erklärte der Frau, dass ihr Computer und ihr Homebanking mit Viren befallen seien. Dann richtete sich der Betrüger einen Zugang auf den Computer und dem Smartphone der Frau ein und fing an, mehrere Überweisungen ins Ausland durchzuführen. Bis zu 14.000 Euro wollte der Betrüger so abbuchen. Da die Frau aber ein Überweisungslimit bei der Bank hatte, wurde der Großteil der Überweisungen nicht mehr aufgeführt und somit konnte ein größerer Schaden verhindert werden. Weiter wurde die Frau von dem Betrüger aufgefordert, mehr als zwanzig Guthabenkarten im Wert einer ebenfalls vierstelligen Summe in einem Einkaufsmarkt zu kaufen und die Nummern dem Betrüger telefonisch durchzugeben. Auch dieser Aufforderung kam die Frau nach, um damit die Dienstleistungen des Anrufers zu begleichen.

Die Masche

Die angeblichen - häufig nur Englisch oder gebrochen Deutsch sprechenden - Microsoft-Mitarbeiter behaupten, dass der Rechner des Angerufenen Fehler aufweise, von Viren befallen oder gehackt worden sei oder ein neues Sicherheitszertifikat benötige und bieten ihre Hilfe an. Dazu sollen ihre Opfer auf ihren Geräten eine Fernwartungssoftware installieren, mit der die angeblichen Probleme gelöst werden können.
Mit der Fernwartungssoftware haben die Betrüger Zugriff auf den Rechner und können sensible Daten ausspähen. Darüber hinaus verlangen sie für ihre vermeintliche Service-Leistung eine Gebühr.

Weigern sich die Betroffenen zu zahlen oder auf das Angebot einzugehen, drohen die Täter mit dem Sperren des Rechners und dem Verlust der Daten. Sie fragen nach den Kreditkartendaten oder nutzen während des Fernzugriffs das Online-Banking des Geschädigten.

Unter dem Vorwand, die Transaktion sei fehlgeschlagen, verlangen sie Zugriff auf weitere Zahlungsarten und fordern eine nochmalige Zahlung. Zum Teil werden die Opfer dazu aufgefordert, im Supermarkt oder an der Tankstelle Guthabenkarten für das Bezahlen im Internet zu erwerben.

Das Phänomen

Die Polizei verzeichnet weiterhin eine hohe Anzahl an gemeldeten Anrufen, bei denen betrügerische Callcenter-Mitarbeiter auf diese Art versuchen, an Geld zu gelangen.

So kam es 2019 im gesamten Zuständigkeitsbereich zu 87 gemeldeten Betrugsversuchen, von denen etwa die Hälfte für die Täter erfolgreich verlief. Dabei entstand ein Schaden von mehr als 80.000 Euro.
2020 ist das Phänomen sogar noch weiter auf dem Vormarsch: Der Polizei sind bislang schon über 130 Anrufe mitgeteilt worden, von denen die Täter in etwa einem Drittel der Fälle an Geld gelangten. Dabei erbeuteten die Unbekannten bislang mehr als 100.000 Euro.

Auch im Landkreis Ostallgäu und der Stadt Kaufbeuren verzeichnet die Polizei steigende Zahlen. 2019 meldeten Bürgerinnen und Bürger noch 15 solche Anrufe, 2020 sind es bislang schon fast 20. Im Vorjahr entstand in 11 Fällen ein Schaden von mehr als 20.000 Euro, 2020 gelang es den Tätern zwar nur in wenigen Fällen tatsächlich an Geld zu gelangen, aber auch hier beträgt der Schaden bereits über 20.000 Euro.

Die Empfehlungen

Die Polizei rät:

  • Seriöse Unternehmen nehmen keinen unaufgeforderten Kontakt zu Ihnen auf. Sollte sich ein vorgeblicher Mitarbeiter melden, ohne dass Sie darum gebeten haben: Legen Sie einfach den Hörer auf.
  • Geben Sie auf keinen Fall private Daten wie Bankkonto- oder Kreditkartendaten oder Zugangsdaten zu Kundenkonten heraus.
  • Gewähren Sie einem unbekannten Anrufer niemals Zugriff auf Ihren Rechner beispielsweise mit der Installation einer Fernwartungssoftware.
  • Falls Sie betroffen sind:
  • Trennen Sie Ihren Rechner vom Internet. Ändern Sie über einen zweiten Rechner betroffene Passwörter.
  • Lassen Sie Ihren Rechner überprüfen.
  • Lassen Sie sich von Ihrem Geldinstitut beraten, ob Sie bereits getätigte Zahlungen zurückholen können.
  • Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.

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