Kritik
Reisebus in Österreich wegen Coronavirus-Verdacht gestoppt: Ostallgäuer Gesundheitsamt übernahm Verdachtsfall

Symbolbild.

Ein Reisebuch aus Aachen (Nordrhein-Westfalen) mit dem Ziel Seefeld (Tirol) wurde aufgrund eines Coronavirus-Verdachtfalls kurz nach der Grenze von österreichischen Gesundheitsbehörden aufgehalten und nach Deutschland zurückgeführt, berichtet das Ostallgäuer Landratsamt. Eine Task-Force der Behörde übernahm den Verdachtsfall und koordinierte die weiteren Maßnahmen, heißt es in einer Pressemitteilung.

Der Bus mit der Schülergruppe aus Aachen, die auf dem Weg zum Skiausflug waren, wurde am Samstag, 29. Februar, in Österreich aufgehalten. Das Aachener Gesundheitsamt hatte die österreichischen Behörden informiert. Es hatte sich herausgestellt, dass unter den 17- bis 18-jährigen Jugendlichen eine Schülerin war, "die Kontakt zu einem positiv bestätigten Coronavirus-Patienten hatte und selbst unter unspezifischen Symptomen litt", so das Ostallgäuer Landratsamt in der Mitteilung. Die gesamte Reisegruppe wurde deshalb kurz hinter der Grenze von den österreichischen Behörden aufgehalten und zurück geschickt.

Das Ostallgäuer Gesundheitsamt wurde daraufhin eingeschaltet und übernahm die weitere Koordinierung. Die Schüler, die Kontakt zu einem Erkrankten hatte, sei nach Definition des Robert-Koch-Instituts als begründeter Verdachtsfall (Kriterium 1) einzustufen. Die betroffene Schülerin soll im Krankenhaus Füssen isoliert, medizinisch betreut und untersucht werden, erklärt das Landratsamt. "Zur Abklärung des Verdachts wurde eine Probe genommen, die am Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) getestet wird", so die Behörde weiter.

Die anderen 52 Personen der Reisegruppe konnten die Heimreise zunächst nicht mehr antreten. Zum einen soll der Busfahrer seine vorgeschriebenen Lenkzeiten überschritten haben. Zum anderen sei eine weitere sechsstündige Fahrt nach der langen Anfahrt und Wartezeit medizinisch nicht zu verantworten gewesen.

Sollte der Test der Schülerin positiv ausfallen, wäre die gesamte Reisegruppe als Kontaktpersonen (Kategorie 1) einzuordnen. Die Teilnehmer wurden deshalb über Nacht in einer nahe gelegenen Turnhalle untergebracht, die von der SEG Betreuung des BRK Pfronten zu einer Notunterkunft ausgerüstet wurde. Die Einsatzkräfte versorgte die Reisegruppe außerdem mit warmem Essen und Getränken. "Die Zusammenarbeit der beteiligten Behörden – Gesundheitsamt, Polizei und Hilfsorganisationen – funktionierte reibungslos und sehr schnell", heißt es in der Mitteilung. Der Reisebus konnte schließlich am Sonntag, 1. März, wieder seine Heimreise antreten.

Kritik äußerte das Ostallgäuer Landratsamt am Verhalten der nordrhein-westfälischen Behörde. Es sei unverständlich und unverantwortlich, dass eine Schülerin, die als Verdachtsfalls einzustufen wäre, eine solche Reise mit einer Gruppe antrete. Wie die Ostallgäuer Behörde mitteilt, soll sich das Aachener Gesundheitsamt über die Vorgehensweise in Österreich und im Allgäu überrascht gezeigt haben. Diese Haltung könne man laut Ostallgäuer Landratsamt nicht nachvollziehen. Die Sorge der Aachener Kollegen um die Betroffenen, hätten sich die Allgäuer Behörden zudem bereits vor der Abreise der Schülergruppe gewünscht.

Coronavirus im Ostallgäu: die aktuelle Lage

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