Regionalbahn
Neues Interreg-Projekt soll Verkehr von Allgäuer Straßen auf Schienen verlegen

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In den letzten Jahren hat die Verkehrsbelastung auf der Fernpasstrasse, im Allgäu und im Raum Garmisch-Partenkirchen kontinuierlich zugenommen. Das soll sich durch das neue Interreg-Projekt ändern und den Verkehr von der Straße auf die Schiene verlagern. Derzeit ist der Stellenwert des schienengebundenen Verkehrs als nachhaltige Mobilitätsalternative gegenüber dem motorisierten Individualverkehr, aufgrund der langen Fahrtdauer und weiterer Rahmenbedingungen noch eher gering. Basierend auf einem Beschluss des Tiroler Landtages soll nun in einem grenzüberschreitenden Beteiligungs- und Entwicklungsprozess die Attraktivierung der Regionalbahnen vorangetrieben werden.

Bürgerbeteiligung – wissenschaftlich begleitet

Im Rahmen des Projekts wird auch die Bevölkerung gefragt, um ihre persönlichen Anforderungen an eine moderne Bahn einfließen zu lassen. Wissenschaftlich fundierte Umfragen zur Nutzung der Bahnen werden das Bild der vorhandenen Bedürfnisse der Fahrgäste abrunden. Aus den so gewonnen Erkenntnissen soll ein Maßnahmenkatalog für die Zukunft als Handlungsempfehlung entwickelt werden. In weiteren Projektteilen werden schwerpunktmäßig Konzepte für unterschiedliche Fragestellungen erarbeitet, die dann auch in anderen Regionen angewandt werden können. Hierbei geht es um multimodale Bahnhöfe, Handlungsempfehlungen für ungesicherte Bahnübergänge aber auch um Untersuchungen zum technischen Ausbau der Bahnen und den damit verbundenen Potentialen.

Verkehrsverbund Tirol (VVT) ist erstmals Leadpartner eines EU-Projektes

Das Projekt soll mit Februar 2022 abgeschlossen werden. Der Verkehrsverbund Tirol (VVT) übernimmt in diesem Projekt erstmals in seiner Geschichte die Funktion des Leadpartners in einem EU-Projekt und wird dabei von der REA – Verein Regionalentwicklung Ausserfern – unterstützt. Die Partner auf bayrischer Seite sind die Gemeinde Pfronten, Markt Nesselwang, die Zugspitz Region GmbH sowie die Allgäu GmbH.

Alexandra Medwedeff, Projektleiterin VVT betont bei der Auftaktversanstaltung in Reutte: „Die ländlichen Grenzregionen noch besser anzubinden, vor allem auch an die Landeshauptstadt Innsbruck, ist uns sehr wichtig. Die Zusammenarbeit im Projekt von PartnerInnen aus Tirol und Bayern soll deshalb gleichzeitig den Grundstein für eine langfristige Kooperation im Ausbau des öffentlichen Verkehrs vor Ort legen.“

Auf Allgäuer Seite bekräftigt Michaela Waldmann, Bürgermeisterin der Gemeinde Pfronten die Wichtigkeit des Projekts. Die Stärkung der Bahnverbindung Kempten-Pfronten-Reutte-Garmisch sei für die Gemeinde Pfronten von größter Wichtigkeit, um für die Bürgerinnen und Bürger attraktive Verbindungen für Beruf, Schule und Freizeit zu schaffen. Auch für Urlaubsgäste und Tagesausflügler soll die Anreise per Bahn zunehmend eine Rolle spielen. Voraussetzung für die steigende Akzeptanz seien aber baulich instandgesetzte Bahnhöfe und Haltepunkte, abgestimmte Fahrpläne und schnellere Verbindungen. „Als Grenzort mit dem Umsteigepunkt Pfronten-Steinach und der Elektrifizierung der ÖBB-Strecke haben wir überdies besondere Herausforderungen vorausschauend zu meistern“, meint Waldmann. "Auch grenzüberschreitend muss die Mobilität noch viel attraktiver werden, damit die Menschen sie nutzen. Gute Regionalbahnen sind dazu ein wichtiger Baustein", ergänzt Klaus Fischer, Allgäu GmbH. Wie Helmut Straubinger, Markt Nesselwang erklärt, sei auch für Nesselwang als Unterzentrum und Tourismusort ist eine gute Verkehrsanbindung notwendig, dies gewährleiste eine leistungsstarke Außerfernbahn mit einem attraktiven Bahnhofsumfeld.

Sebastian Kramer, Zugspitz Region GmbH meint: „Unser gemeinsames grenzüberschreitendes Interreg-Projekt „Stärkung der Regionalbahnen“ ist für die Zugspitz Region von großer Bedeutung. Als Ziel haben wir die Stärkung des ÖPNV für Gäste und Einheimische. Hierzu wollen wir die Machbarkeitsprüfung des Bahnhalts Kainzenbad und die Prüfung des teilweisen zweigleisigen Ausbaus der Bahnlinie von München nach Innsbruck voranbringen.“ Erfreut zeigt sich auch Günter Salchner, Regionalentwicklung Außerfern: „Mobilitätsfragen im Bezirk Reutte müssen immer grenzüberschreitend angegangen werden. Es freut mich, dass es uns gelungen ist, eine so breite Allianz mit bayerischen Partnern auf die Beine zu stellen. Es sitzen nun alle an einem Tisch, um bei der Außerfernbahn deutliche Verbesserungen für Bevölkerung und Gäste zu erreichen.“

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