Menschheitsgeschichte
Sensationsfund aus dem Allgäu: Erster aufrecht gehender Menschenaffe bei Pforzen gefunden

Die 21 Knochen des am vollständigsten erhaltenen Teil-Skelettes eines männlichen Danuvius
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  • Die 21 Knochen des am vollständigsten erhaltenen Teil-Skelettes eines männlichen Danuvius
  • Foto: Christoph Jäckle
  • hochgeladen von Holger Mock

Der aufrechte Gang: Er entstand anscheinend im Allgäu. Forscher aus Tübingen haben in der Tongrube Hammerschmiede bei Pforzen (Ostallgäu) Knochen gefunden, die beweisen, dass dort vor knapp 12 Millionen Jahren ein Menschenaffe gelebt hat, der nicht auf allen Vieren gelaufen ist, sondern auf zwei Beinen. "Udo" nennt man ihn, benannt nach dem deutschen Rockstar Udo Lindenberg, der am Fundtag der Knochen (17. Mai 2016) gerade seinen 70. Geburtstag gefeiert hat.

Der wissenschaftliche Name ist „Danuvius guggenmosi“. "Danuvius" ist der wissenschaftliche Name der Gattung. Der Zusatz "guggenmosi" bezieht sich auf einen Allgäuer Amateurachäologen namens Sigulf Guggenmos (1941–2018) aus Dösingen (Gemeinde Westendorf). Er hat am Fundort Hammerschmiede 1972 Fossilien gefunden und damit die Tongrube als archäologischen Fundort entdeckt. Für seine archäologischen Verdienste hat Guggenmos im Jahr 2004 sogar den Archäologiepreis der Gesellschaft für Archäologie in Bayern e.V. verliehen bekommen.

Die Weltsensation besteht darin, dass damit auch ein Teil der Menschheitsgeschichte unter Umständen neu geschrieben werden muss. Bisher ging die Wissenschaft davon aus, dass der Mensch erst vor sechs Millionen Jahren den aufrechten Gang gelernt hat. „Die Funde aus Süddeutschland sind ein Meilenstein der Paläoanthropologie, denn sie stellen unsere bisherige Sichtweise auf die Evolution der großen Menschenaffen und des Menschen grundlegend in Frage“, so Professorin Madelaine Böhme vom Senckenberg Center for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen in einer Pressemitteilung.


Das Team der Wissenschaftler um Böhme hat demnach die Fossilfunde mindestens vier Individuen zuordnen können. Das am besten erhaltene Skelett verfügt über Proportionen, die einer Menschenaffenart ähneln. Arm- und Beinknochen, Wirbel, Finger- und Zehenknochen sind vollständig erhalten, dadurch können die Wissenschaftler nachvollziehen, wie sich "Udo" fortbewegt hat. „Zum ersten Mal konnten wir mehrere funktionell wichtige Gelenke ‒ darunter Ellbogen, Hüfte, Knie und Sprunggelenk ‒ in einem einzigen fossilen Skelett dieses Alters untersuchen“, erklärt Böhme. „Zu unserem Erstaunen ähnelten einige Knochen mehr dem Menschen als dem Menschenaffen.“

Ausführliches zum Sensationsfund finden Sie auf allgaeu.life, dem neuen Online-Portal der Allgäuer Zeitung. 

Den kompletten Artikel finden Sie auch im e-Paper und in der gedruckten Donnerstagsausgabe unserer Zeitung vom 07.11.2019, erhältlich unter anderem in den jeweiligen AZ Service-Centern und im Abonnement.

Autor:

Holger Mock aus Kempten

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