Bürgerversammlung
Wertacher wollen Gasthof Engel gegen neu belebtes Ortszentrum eintauschen

Die Zukunft des Gasthofes Engel in Wertachs Ortsmitte ist so gut wie entschieden: Abbruch lautet das Fazit der Diskussion von rund 100 Wertachern bei der Bürgerversammlung. Bürgermeister Eberhard Jehle hatte aufgerufen, Ideen für einen neuen Ortsmittelpunkt zu entwickeln und Möglichkeiten auszuloten, damit die Verwaltung sich ans Planen machen kann. Jehle schwebt eine Markthalle und ein zentraler Marktplatz anstelle des alten Wirtshauses vor. Wofür sich die Anwesenden noch aussprachen: Der Kurpark soll erhalten bleiben.

Sich bei Vereinsfesten, am Wochenmarkt, bei Theatervorführungen oder einfach im Biergarten treffen: Das sollen Wertacher und ihre Gäste am neuen Marktplatz in der Ortsmitte in Zukunft tun können. Doch davor müssen noch die Bagger rollen. Denn der alte, marode Gasthof Engel blockiert genau den vorgesehenen Platz für die Vorhaben.

Lange diskutierten die Bürger, ob der Gasthof nicht in die Umgestaltung integriert, oder zumindest teilweise erhalten werden könne. Fremdenzimmer und eine Wirtswohnung in die oberen Stockwerke, den Saal vergrößern, das Haus nur halb abbrechen waren die Vorschläge.

Dann hakte Bürgermeister Jehle ein: 'Das Haus ist nicht barrierefrei, am Brandschutz mangelt es, und eine Sanierung müsste sehr umfangreich sein und würde viel Geld kosten.'

Konrad Jörg brachte schließlich auf den Punkt, was viele Wertacher denken: 'Ich häng’ ein bisschen an dem alten Gebäude. Aber sanieren nur um des Sanierens willen – das kann’s nicht sein. Wenn man eine Belebung erreichen will, ist das hier ein Hindernis. Das Gebäude muss abgebrochen werden.'

Auch Jehle sieht das so. Er brauche keine Fünf-Sterne-Küche, aber einen Catering-Betrieb in einer neuen 'Markthalle'. Dabei will sich Jehle zwar noch nicht auf den Begriff festlegen, liebäugelt aber damit. Die Anwesenden konnten sich eine Multifunktionshalle vorstellen, einen 'einfachen Zweckbau', der wie ein Bürgerhaus genutzt wird.

Robert Mungenast würde sogar mit dem Musikverein in einen Raum dort einziehen, Armin Graf von den Trachtlern sah das skeptisch: 'Wenn verschiedene Vereine drin proben, muss man immer hin- und herräumen. Und die Frage stellt sich, wer wann darin was veranstalten kann.'

Jehle zeigte sich offen für alle Vorschläge und will bis 10. September eine Planung vorlegen. Dann sollen auch konkrete Zahlen genannt werden.

Denn bisher ist nur klar, dass die Gemeinde in den kommenden zehn bis 15 Jahren rund 7 Millionen Euro für die Gestaltung von Plätzen, Grünflächen und Straßen im Rahmen der Städtebauförderung ausgeben will.

Der Abriss des Gasthofes Engel und der Neubau einer Markthalle sind hier noch nicht eingerechnet. Mit dem Erlös aus einem Verkauf des Kurparkgeländes kann Jehle nicht gegenfinanzieren: Die Bürger waren dagegen.

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