Bauantrag
Wertacher Stadel steht weiterhin ohne Genehmigung

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Ein Stadel steht bereits seit über anderthalb Jahren in Wertach, doch weiterhin ohne Genehmigung: Erneut hat der Gemeinderat den Bauantrag für das Gebäude an der Bahnhofstraße einstimmig abgelehnt.

Bereits zwei Mal hatte das Gremium dem nachträglich eingereichten Antrag seine Zusage verweigert. Dem Bauherren bleibt jetzt nicht mehr viel Zeit: Bis Ende September muss die Formalie beim Landratsamt Oberallgäu vorliegen (siehe Infokasten). Ansonsten wird der Stadel wohl abgerissen.

Aus planungsrechtlicher Sicht könne dem Bauantrag zugestimmt werden, nicht aber aus ordnungsrechtlicher, meinte Hauptamtsleiter Jörg Meyer. Zwar würde der Stadel die Kriterien für eine forstwirtschaftliche Privilegierung erfüllen:

Darin würden Geräte, Maschinen und Holz eingelagert - der Stadel mit einer Grundfläche von 100 Quadratmetern sei somit << betriebsdienlich >>, heißt es in einem Schreiben des Kemptener Forstamts, das aber keine Beurteilung in Sachen Art und Ausführung des Gebäudes abgeben darf.

Und genau hier kommt die Stadelsatzung ins Spiel, die die Marktgemeinde im Jahr 2010 erlassen hat: << Es gibt mehrere, teils gravierende Punkte im Bauantrag, bei denen unsere Satzung nicht berücksichtigt worden ist >>, betonte Meyer. Abweichungen gebe es beispielsweise bei der Dachneigung: Statt der zulässigen 28 Grad seien hier 30 beantragt.

Oder etwa beim Dachüberstand, bei dem zwei statt 1,50 Meter vorgesehen sind. Auch das gewählte Pultdach sei für einen Stadel dieser Größe nicht zulässig, sondern nur ein Satteldach.

Ist der Bauherr überhaupt << bauantragsberechtigt >>?

Darüber hinaus spiele noch ein privatrechtlicher Aspekt eine wichtige Rolle, der für die Beurteilung des Antrags für den Gemeinderat aber nicht maßgebend sei, ergänzte Meyer: Das Baugrundstück gehöre einer Eigentümergemeinschaft.

Ein Mitglied habe in einem Schreiben an die Gemeinde erklärt, dass der Bauherr laut Urkunde nicht das Recht habe, ohne Zustimmung der anderen einen Bauantrag für ein Gebäude auf einem Gemeinschaftsgrund zu stellen. Aufgrund dieses Einwands werde das Landratsamt nun prüfen, ob der Bauherr überhaupt << bauantragsberechtigt >> sei.

Dieser müsse jetzt - nach dem deutlichen Nein des Gemeinderats - eine Umplanung vornehmen, die auch der Stadelsatzung entspricht, so Meyer.

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