Breitband
Wertach: Schnelles Internet in der Warteschleife

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Das schnelle Internet. Privathaushalte wollen es, damit der Nachwuchs für die Anforderungen des Ausbildungsalltags an den neuesten Entwicklungen dranbleibt. Unternehmen fordern es zum schnellen Datenbankenaustausch. Gemeinden wollen es für die Standortentwicklung. Und Landwirte brauchen es, um Ohrmarken für Vieh zu bestellen oder um Reservierungssysteme für «Urlaub auf dem Bauernhof» anzubieten.

Bei einem Informationsabend stellte die Gemeinde Wertach den Stand der Dinge vor. Dabei gerieten sich zwischendurch Befürworter und Gegner in die Haare. Ob der Ausbau kommt, will der Gemeinderat Ende September entscheiden.

Wenn sich die Räte dafür entscheiden, soll die Lösung für Wertach so aussehen: Wertach will an der Breitbandoffensive der Staatsregierung teilnehmen. Der Freistaat würde sich zu 70 Prozent an den Kosten, die an der Gemeinde hängen bleiben, beteiligen. Dafür hat die Gemeinde den Bedarf mit Fragebögen ermittelt und den Ausbau ausgeschrieben.

Ein Anbieter hat sich gemeldet: Die ortsansässige Firma Allgäu DSL. Mit der neuen Wimax-Technik bietet das Unternehmen eine Funklösung an. Glasfaserkabel bis in jeden Weiler zu verlegen sei nicht finanzierbar, sagte Daniel Albert von Allgäu DSL.

Der Vorteil seiner Technik: Alle Haushalte wären mit nur zwei bis drei weiteren Verteilerantennen angeschlossen. Am Haus brauche man nur ein kleines Kästchen anbringen. Der Wermutstropfen: Weitere Antennen, die im Gemeindegebiet installiert werden müssten, seien nicht gerade hübsch, eher klobig.

Die Angst vor Strahlenbelastung wollte Albert gleich ausräumen: << Das ist mit der Strahlenbelastung von Mobilfunk- und Fernsehmasten nicht vergleichbar. >> Wissenschaftliche Unterstützung bekam er von Clemens Mehnert vom Bayerischen Landesamt für Umwelt in Hof.

<< Die Strahlenbelastung bei stationärem Funk-DSL ist vergleichbar mit der eines kabellosen Internet-Empfangsgeräts für zu Hause. >> Die DSL-Antennen strahlten deshalb weit weniger als Mobilfunkmasten, weil sie nur ortsfeste Objekte auf Sichtweite verbinden müssten. << Mobilfunk muss auch in fahrende Autos und durch Hauswände. >>

In der Diskussion wollte Zuhörer Hermann Knoll wissen, was der Ausbau für die Gemeinde koste und ob dieser unbedingt nötig sei. Bürgermeister Jehle verwies auf die Bedarfsanalyse und schätzte die Investition für die Gemeinde auf rund 20000 Euro. Knoll: << Trotzdem hab ich ein Problem, wenn man aus einer Umfrage gleich einen Ausbau macht. >>

Bürger Robert Knoll, Rat Clemens Suntheim (Arbeitnehmer) und Dritter Bürgermeister Joachim Konrad (CSU) verwiesen auf ein bestehendes Angebot der Telekom für schnelles Internet. Man müsse sich gut überlegen, ob man ausbaue, wenn schließlich nur wenige buchen würden.

Dreh- und Angelpunkt ist nun die Bedarfsanalyse der Gemeinde, der sich die Verwaltung laut Jehle noch einmal widmen will, bevor der Rat im September entscheidet.

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