Mobile Redaktion
Rege Diskussion um die Sanierung des Ortskerns in Oy

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Die Ortsgestaltung war das große Thema bei der Mobilen Redaktion der Allgäuer Zeitung im Kurhaus in Oy. Rund 120 Besucher nutzten am Dienstag das Angebot der Lokalredaktion Kempten, dazu (und zu anderen Themen) ihre Meinung zu sagen. Fazit: Manche freuen sich über den Beginn der Baumaßnahmen am St.-Anna-Platz, viele aber fühlen sich von der Gemeindeverwaltung schlecht darüber informiert, insbesondere was die finanzielle Beteiligung der anliegenden Grundstücksbesitzer über Straßenausbaubeiträge anbelangt.

Hildegard und Reinhard Kremmling klagen beispielsweise über einen Rückgang von 10 bis 20 Prozent in ihrem Friseurgeschäft, denn die Parkplätze vor der Tür gibt es seit Beginn der Bauarbeiten vor zwei Wochen nicht mehr. Sie selbst hätten einen Plan mit einer Wegbeschreibung zu den nächstgelegenen Parkplätzen gestalten müssen. 'Das hätte ich eigentlich von der Gemeinde erwartet', sagt Reinhard Kremmling.

Hätte es eine Bürgerbefragung zur Ortsverschönerung in der Gemeinde gegeben, 'dann wäre der pompöse Platz in der Ortsmitte von Oy mit Pauken und Trompeten durchgefallen', zeigt sich Werner Strahl aus Oberschwarzenberg überzeugt.

Er hält die Straßenausbaubeitragssatzung (die anliegenden Grundstücksbesitzer beteiligen sich an der Finanzierung der Umbauten) für angemessen – und wird unter anderem von Willi Reitemann aus Petersthal unterstützt: 'Viele Gemeindebürger haben schon woanders ihren Ausbaubeitrag zahlen müssen.' Bei der Variante – eine Erhöhung der jährlichen Grundsteuer zweckgebunden für umfangreiche Straßenbaumaßnahmen – würden diejenigen dann nochmals zur Kasse gebeten. Reitemann: 'Das kann’s ja wohl nicht sein.'

'Das Dorf rückt zusammen'

Roland Rick findet die Möglichkeit einer leichten Grundsteuererhöhung für alle hingegen gerecht. Seine Meinung: 'Dann rückt das Dorf mehr zusammen'. Auch Hitsch Baudenbach verweist auf diese Möglichkeit. 'Was halten Sie davon?', fragt er Bürgermeister Theo Haslach. Dieser betont, es gebe eine gesetzliche Verpflichtung, die Satzung anzuwenden, insbesondere in finanzschwachen Kommunen wie Oy-Mittelberg. Die Gemeinde habe derzeit rund acht Millionen Euro Schulden. Voll auf Sparkurs zu gehen, würde seiner Meinung nach allerdings Stillstand bedeuten.

Deshalb sei – einstimmig im Gemeinderat und unter Einbindung der Erkenntnisse eines Arbeitskreises – der Ausbau beschlossen worden: jeweils 400 000 Euro werden dafür im Haushalt 2012 und 2013 bereitgestellt. 330 000 Euro gibt’s zudem (zweckgebunden für die Gestaltung des St.-Anna-Platzes) aus dem Städtebauförderungsprogramm. Die Anlieger beteiligen sich dieses Jahr mit Straßenausbaubeiträgen in Höhe von rund 70 000 Euro, sagt Haslach auf Nachfrage der AZ. Die Beiträge staffeln sich in diesem Jahr von 50 Euro (für einen Stellplatz) auf bis zu knapp 5000 Euro (für ein großes Grundstück).

Dies findet Haslach gerecht. Werde der Ortsmittelpunkt aufgewertet, dann würden auch die angrenzenden Grundstücke an Wert gewinnen. Seit 40 Jahren sei in der Ortsmitte 'nichts gemacht worden, jetzt sei es allerhöchste Zeit,' pflichtet Gemeinderat Albert Mayr bei und Ratskollege Stephan Ostheimer sagt: 'Da hätte man vorher diskutieren müssen, jetzt ist es zu spät.' Wer noch Infos zur Sanierung brauche, könne zu ihm ins Rathaus kommen, sagt Haslach und weist auf eine Veranstaltung mit der Bau ausführenden Firma am Montag, 2. Juli, 19 Uhr im Kurhaus Oy hin.

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